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Krisenmanagement: Politiker sind besonders gefordert – steiermark.ORF.at

Krisen können krank machen – körperlich und seelisch, vor allem wenn sie einfach nicht enden wollen und der Körper ständigem Stress ausgesetzt ist: „Der Körper versucht sich vor diesen unterschiedlichen Bedrohungsszenarien zu schützen, indem er Stresshormone ausschüttet, und das bedeutet das auf der einen Seite haben wir körperliche Symptome – das Herz-Kreislauf-System reagiert, es treten Herzrhythmusstörungen auf, aber auch Verdauungsprobleme – auf der anderen Seite leidet natürlich die Psyche: Depressionen nehmen zu, vor allem aber Schlafstörungen – denn Schlaf ist nichts anderes als der Spiegel der Seele”, sagt Manfred Waltz.

Orientierung erforderlich

Der Psychologe und Neurowissenschaftler sieht die Politik hier als besondere Herausforderung: „In solchen Situationen ist es für einen Menschen absolut notwendig, sich daran zu orientieren, auf wen er sich stützen kann, also wenn es niemanden gibt, auf den er sich verlassen kann, wenn es politische Sprünge gibt und Grenzen, wenn Sie heute A sagen und morgen B sagen, dann ist es wirklich nicht sehr hilfreich.

Ähnlich sieht es der Politikwissenschaftler Heinz Wassermann von der FH Joanneum: Die Sommerferien müssen verkürzt werden, um sich auf Herbstszenarien vorzubereiten. „Die CoV-Pandemie ist eine Dauerkrise und wir wissen genau, was die nächsten Probleme sind, es ist die Inflation, es ist die Energiekrise oder die Versorgungskrise. Die Frage wird natürlich immer sein, was man hier auf Landes- oder Bundesebene wirklich machen kann, aber vorausschauende Politik funktioniert eben in Szenarien, in vorgefertigten Szenarien, eventuell sogar auf gesetzgeberischer Ebene, also irgendwelche Lösungen schnell implementiert werden können“, so Wasserman.

nichts verdrängen

Und was kann jeder Einzelne im Krisenmanagement tun? Walzl rät, nichts zu verdrängen und nicht alles mit sich selbst abzurechnen: „Versuchen Sie, mit Freunden, Verwandten, Bekannten darüber zu sprechen und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Wenn das gar nicht geht, einfach ein fröhliches Buch lesen, in die Vergangenheit reisen, an Urlaube denken, wo es schön war, dann hat man wenigstens für eine Weile Stressabbau.” Außerdem müsse man kürzer denken time steps to verlor in der Dauerkrise nicht die Orientierung.