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Mahnmal für getötete Zwangsarbeiter – burgenland.ORF.at

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Im März 1945 wurden in Jenersdorf 29 jüdische Zwangsarbeiter von SS-Angehörigen ermordet. Dieses tragische Ereignis geriet fast in Vergessenheit. Doch nun erinnert ein von der Künstlerin Jasmine Trabichler gestaltetes Mahnmal an das Massaker.

27.06.2022 07:45

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Im März 1945 wollten die Nationalsozialisten die Rote Armee mit dem Bau des Südostwalls stoppen. Es wurden auch ungarische Juden geschickt, von denen viele krank und zu schwach zum Arbeiten waren. In Jenersdorf wurden 29 von ihnen auf Befehl der SS getötet.

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Tamweber: Getötet und nur oberflächlich begraben

„Wir wissen mit Sicherheit, dass diese Menschen Fleckfieber hatten“, sagt Heimatforscher Franz Tamweber vom Verein Pulverturm, der die Gedenkstätte initiiert hat. Sie wurden nicht erschossen, sie wurden von diesen bosnischen Hilfstruppen getötet und nur oberflächlich an einem Ort begraben, an dem sonst nur tote Tiere bestattet wurden.“

ORF-Hauptredner Martin Pollack

Die Haupttäter wurden nicht verurteilt

Nach dem Krieg wurde der Prozess gegen die Haupttäter ohne Urteil beendet. 1966 ordnete Simon Wiesenthal die Exhumierung und Bestattung der sterblichen Überreste der Opfer in Graz an. Das Massaker geriet bis 2019 in Vergessenheit, als Manfred Winningers Buch „Aasplatz“ in Jenersdorf vorgestellt wurde. Dies war die Initialzündung für die Errichtung des Mahnmals. Festredner bei der Eröffnung am Sonntag war Autor Martin Pollack: „Ich bin überzeugt, dass die dunklen Köpfe der Vergangenheit, über die wir hier sprechen, nicht durch Schweigen und Vertuschen vertrieben werden können.“

Dunst: Das Burgenland muss sich an die Dunkelköpfe erinnern

Auch das Burgenland müsse sich seiner dunklen Köpfe erinnern, betonte Landtagsvorsitzende Verena Dunst (SPÖ) bei der Feierstunde. Das Land und die Gemeinde Jenersdorf unterstützten die Errichtung des Mahnmals. An anderer Stelle an der burgenlandisch-ungarischen Grenze gab es ähnliche Verbrechen, die zu lange verschwiegen wurden.