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Manche Lebensmittel drohen aus den Regalen zu verschwinden

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Erstellt: 29.07.2022, 04:52 Uhr

Von: Felix Busjäger

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Nicht nur Lebensmittelpreise steigen. Aufgrund der Gaskrise in Deutschland könnten auch einige Produkte aus den Regalen verschwinden. (Ikonenbild) © Hendrik Schmidt/dpa

Bedroht die deutsche Gaskrise die Lebensmittelindustrie? Ein seltener Rohstoff ist für die Produktion unerlässlich – das kann bei Items zum Problem werden.

Berlin – Die drohende Gasknappheit bedroht die Lebensmittel in den Regalen von Supermärkten und Discountern. Die Gaskrise hat Deutschland weiterhin fest im Griff und bereitet Politikern und Verbrauchern derzeit große Sorgen. Aufgrund der Verknappung und des drohenden Gasnotstands steigen die Preise seit Monaten und dies könnte bei der nächsten Stromrechnung in Form von 5.000 € Mehrkosten für die Verbraucher aufgrund der Gaskrise in Deutschland große Probleme verursachen. Fällt aber im Ernstfall das Gas aus, könnte ein Bereich darunter leiden, der das Konsumverhalten der Menschen in Deutschland letztlich maßgeblich beeinflussen könnte: die Lebensmittelindustrie.

Gaskrise in Deutschland: Aufgrund der bevorstehenden Gaskrise könnten einige Lebensmittel verschwinden

Viele Kunden haben es in den vergangenen Wochen bereits bei ihren wöchentlichen Großeinkäufen gemerkt: Nahezu alle Lebensmittel sind seit Kriegsausbruch in der Ukraine und Problemen mit der Gasversorgung deutlich im Preis gestiegen. Doch die steigenden Preise für Käse, Brot oder Wurst könnten aufgrund der Gaskrise in Deutschland nur der Anfang sein: Wird das Gas knapp, könnte die Produktion mancher Lebensmittel für Monate eingestellt werden. Laut Bayrischem Rundfunk bereiten sich die ersten Molkereien bereits auf eine Krisensituation vor.

Die Bedenken sind tatsächlich nicht unbegründet: Kommt es aufgrund der Gaskrise in Deutschland zu Engpässen, kann Gas eingeschränkt und geschützten Verbrauchern Vorrang eingeräumt werden. Dazu gehören private Haushalte und kritische Infrastrukturen. Laut Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, können Produkte und Angebote, “die in den Bereich Freizeit und Wohlbefinden fallen”, im Zweifel nicht mit Gas versorgt werden. Inzwischen hat sich das Szenario verbessert, da die Arbeiten von Nord Stream 1 wieder aufgenommen wurden.

Weniger Auswahl im Supermarkt wegen Gaskrise in Deutschland: Hersteller gehen in den Krisenmodus

An Weihnachten gibt es also keine Schoko-Weihnachtsmänner? Es ist theoretisch möglich. In der kalten Jahreszeit spielt nicht nur die Gasheizung eine entscheidende Rolle, sondern auch die Lebensmittelvorräte der Bürger. Während die Verbraucher aufgrund der deutschen Gaskrise im Winter wahrscheinlich ihre Wolldecken nehmen werden, gilt es als unwahrscheinlich, dass sie hungern werden. Allerdings kann es vorkommen, dass die Auswahl im Supermarktregal deutlich geringer ist. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, kommt es aufgrund des Krieges in der Ukraine und unterbrochener Lieferketten bei einigen Händlern bereits zu Bestandslücken.

Der Hersteller Nestlé gab kürzlich bekannt, dass sich deutsche Fabriken auf die Bewältigung der Gasknappheit vorbereiten. Das berichtet die Lebensmittel Zeitung. Dadurch werden die Standorte aufgrund der Gaskrise in Deutschland überwiegend Basisprodukte produzieren. Süßigkeiten können dann für den Handel zur Mangelware werden. Unterdessen suchen Verbraucher aufgrund stark gestiegener Gaspreise nach Alternativen zur Gasheizung.

Gaskrise in Deutschland: Die Bundesnetzagentur sieht nicht alle Bereiche als systemkritisch an

Auf Nachfrage von Ruhr24 wollte das Unternehmen jedoch nicht verraten, welche Lebensmittel Nestlé inmitten der Gaskrise in Deutschland priorisiert. Die möglichen Pläne des Unternehmens decken sich auch mit den Aussagen des Chefs der Bundesnetzagentur, Müller. Mit seiner Bemerkung, Schokokekse seien „wahrscheinlich“ nicht systemkritisch, sorgte er bei den Herstellern für große Besorgnis.

Das Schlüsselwort in Deutschlands Gaskrise scheint “systemrelevant” zu sein. Wer eigentlich Produzent ist, könnte in den kommenden Wochen zum Zankapfel werden. Denn bei näherer Betrachtung haben alle Produktionsbereiche ihre Berechtigung, greifen ineinander und ergänzen sich. Dass Süßigkeiten auf der Prioritätenliste möglicherweise nach unten gerückt werden, ist wohl weniger überraschend. Laut Süddeutscher Zeitung ist es jedoch nicht sinnvoll, ganze Produktionskategorien oder Branchen auszuschließen.

Bonbons für den Notfall: Produkte der Energiekreise sind wichtig in Notfällen – das gilt auch für die Gaskrise in Deutschland

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine relativ hohe Meinung von Süßwaren – auch während der deutschen Gaskrise. Für den Notfall gelten sie als langlebige und energiereiche Produkte. Obwohl nicht alle Süßigkeiten gleichermaßen systemrelevant sind, haben sie dennoch eine gewisse Bedeutung in der Notfallversorgung.

Wie der einschlägige Tagesartikel betont, kann in der Debatte um einen systemrelevanten Lebensmittelbereich schnell ein existenzieller vergessen werden: die Futtermittelindustrie. Diese bildet in vielen Fällen die Basis für viele Produktionsketten, die meist beim Dünger beginnen. Ähnlich sieht das Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes: „Ohne Stickstoffdünger drohen Ertragseinbußen um etwa ein Drittel“, sagt er.

Weniger Backwaren wegen Gaskrise in Deutschland: Bäckereien könnten Lieferungen reduzieren

Auch große Bäckereien glauben, dass die Gaskrise in Deutschland künftig zu weniger Backwaren in den Supermarktregalen führen könnte. Sollte der theoretische Gasnotstand bestehen, “besteht nur die Möglichkeit, dass bestimmte Backwarensorten vorübergehend nicht mehr produziert werden”, sagte Armin Juncker, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Großbäckereien, der Süddeutschen Zeitung. Welche Backwaren betroffen sein könnten, ist noch unklar. Backen kann aber noch energieeffizienter werden, wenn Hersteller sich auf wenige Sorten beschränken.

Getreide, Düngemittel und Lebensmittelverarbeitung: Die Kette relevanter Branchen und Unternehmen in der Lebensmittelindustrie wird bei näherer Betrachtung immer länger und kann für die Experten, die in den kommenden Wochen Prioritäten setzen werden, eine Menge Arbeit bedeuten, falls die Gaskrise in Deutschland ansteht wird dramatischer. Ob sich die Verbraucher im kommenden Winter auf ein reduziertes Süßwarensortiment beschränken müssen, bleibt abzuwarten.