Veröffentlicht 12. Juli 2022, 04:19 Uhr
Quallen ruinieren derzeit Badegästen an europäischen Küsten den Urlaub. Badegäste müssen in Zukunft wohl mit vermehrtem Quallenbefall rechnen.
aus
Monira Djurdjević
Céline Bittenhardt
Quallen verderben derzeit vielen Badegästen an den Stränden Korsikas und der Côte d’Azur den Urlaub.
Video: 20 Minuten/Melchior ruft
Seit Beginn des Sommers blüht an den Stränden Korsikas und der Côte d’Azur die Qualle. Auch die Adriaküste wird in diesem Jahr regelrecht „überschwemmt“, berichten internationale Medien. Die Folge: Manchmal ist es für Urlauber unmöglich, ins Wasser zu kommen. Badegäste müssen in Zukunft wohl mit vermehrtem Quallenbefall rechnen. Laut Sigrid Lueber, Präsidentin von Oceancare, sind im Juli und August seit mehreren Jahren vermehrt Quallen im Mittelmeer zu sehen.
„Das hat sicher etwas mit der Erderwärmung und den höheren Wassertemperaturen zu tun, aber auch damit, dass es neben Meeresschildkröten, die Quallen fressen, generell weniger Räuber gibt, die Quallen fressen“, erklärt Lueber. In diesem Jahr kann es aufgrund des niedrigen Wasserstands in den Flüssen mehr Quallen in der Adria geben als in den Vorjahren.
„Natürlich ist das einschränkend, wenn man im Urlaub am Meer ist und nicht ins Wasser will oder kann, weil dort ungewöhnlich viele Quallen sind“, sagt Luber. Die meisten Quallen sind für den Menschen ungefährlich. Es gibt aber auch Quallen mit giftigen Nesselzellen an ihren Tentakeln, die vor allem bei Schwimmern unangenehme Hautverletzungen verursachen.
“Sorgfältige Beobachtung der Lage”
„Kein Meer der Welt heizt sich so stark auf wie das Mittelmeer“, warnt der WWF Deutschland in einem 2021 veröffentlichten Bericht. Die Folge ist unter anderem eine Zunahme von Quallenplagen. Denn steigende Wassertemperaturen ermöglichen das Brüten während der Wintermonate und die Ausbreitung tropischer Quallenarten. Denis Pralorand von Meteo Schweiz bestätigt, dass die Meerwassertemperatur derzeit im höheren Bereich liegt. Rund um Italien liegt es derzeit zwischen 24 und 26 Grad. Im Allgemeinen liegt es im Juli zwischen 20 und 24 Grad.
Schweizer Reisebüros beobachten die Situation sehr genau. Laut einem Kuoni-Sprecher gibt es derzeit keine Rückmeldungen von Gästen oder lokalen Agenturen, die darauf hindeuten, dass das Badeerlebnis in den von Kuoni und seinen Tochtermarken angebotenen Destinationen durch die Quallen erheblich beeinträchtigt wurde. Sollte sich die Situation verschlechtern, werden Maßnahmen ergriffen.
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