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Nach Trennung von Schirnhofer: ALMO geht neue Wege

Alles begann damit, dass der oststeirische Fleischverarbeiter Schirnhofer vor einigen Monaten dem Handelsriesen REWE Erpressungsmethoden bei Fleischpreisen vorwarf. Fleischer wirft Billa „Erpressungsmethoden“ vor (25.01.2022).

“Teilt”

Ein Riss ist erreicht und nun ist eine Zusammenarbeit zwischen Schirnhofer und den ALMO-Bauern nicht mehr möglich. Es tut weh, sagt ALMO-Vorsitzender Johan Pessel, aber „wir fühlten uns gezwungen, seine exklusiven Rechte an der Marke teilweise zu kündigen und ihm gleichzeitig vorzuschlagen, dass er alle anderen Bereiche weiterhin mit ALMO beliefern könnte. Er wehrte sich zunächst gegen diese Kündigung, akzeptierte sie aber vor einigen Wochen und kündigte gleichzeitig an, dass jede weitere Zusammenarbeit mit dem ALMO-Verein beendet sei. Die Ansichten über die Fortführung der Marke gehen auseinander.“

Langfristiger Vertrag mit ARGE Rind und Billa

Der Verband ALMO, der weiterhin alle Rechte an den Marken besitzt, hat mit der Erzeugergemeinschaft ARGE Rind und Billa bereits einen langfristigen Vertrag abgeschlossen – die Marke ALMO bleibe aber bestehen, betont Obmann Pessl: „Auch eine Preiserhöhung wird es geben , so dass der Großhandelspreis für Rinder für Landwirte weiter steigt. Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wohin geliefert wird. Wer es für geeignet hält, kann es auch bei Schirnhofer abgeben.“

Eine zweite, regionale Zusammenarbeit ist geplant – mit der Metzgerei Pierer im Almenland, „die ALMO-Fleisch an Gasthöfe in der Region und darüber hinaus oder zum Direktverkauf liefern wird“.

1988 gegründet

Die Marke ALMO wurde 1988 von fünf Bauern im Almenland gegründet: Viehhändler kauften die Ochsen von der Teichalmkirtage und schickten sie lebend nach Libyen. Damals haben sich steirische Bauern zusammengeschlossen und im Interesse der Regionalvermarktung und des Tierschutzes den Verein gegründet, sagen ALMO-Landwirte in der Region.

Die von Schirnhofer mitgegründeten ALMO-Rinder leben in Freilandhütten, sind mindestens 60 Tage im Jahr auf der Weide und wachsen auf kleinbäuerlichen Betrieben in der obersten Oststeiermark auf. Schirnhofer selbst, der sich schon lange im Tierschutz engagiert und hier als Pionier gilt, hat 1997 mit dem damaligen Lebensmitteleinzelhändler Zielpunkt einen eigenen Fleischvertrieb („Shop in Shop“) aufgebaut – allerdings erst Ende 2014 wurde dieser in allen Filialen in den Zielpunkt-Eigenbetrieb überführt. Mit der Insolvenz von Zielpunkt ging auch Schirnhofer in die Insolvenz, aber nach einem Restrukturierungsprozess im Jahr 2016 ging es mit gutem Erfolg weiter.