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NDR-Recherche: Geschäftsführung wusste seit Jahren um Vetternwirtschaft

Neue Erkenntnisse Der Chef des Landesradios NDR soll Vetternwirtschaft betrieben haben

Sabine Rosbach leitet derzeit das Landesrundfunkzentrum des NDR in Hamburg

© rtn, Patrick Becher / Picture Alliance

09.06.2022, 19:06 2 min Lesezeit

Ein NDR-Ermittlungsteam ging den Beschwerden intern nach – mit erschreckenden Erkenntnissen. Das Management soll seit Jahren von Sabine Rosbachs angeblicher Vetternwirtschaft gewusst haben.

Nach den Vorwürfen gegen das NDR-Landesstudio in Kiel ergab eine Recherche von investigativen Journalisten des NDR, dass der Geschäftsführung seit fünf Jahren der Verdacht auf Vetternwirtschaft bekannt war. Der NDR hat bereits eigene Recherchen zu dem Fall veröffentlicht. Demnach hatte die NDR-Pressesprecherin bereits 2017 eine Anfrage der Hamburger Morgenpost erhalten. NDR-Mitarbeiter beklagten gegenüber der Zeitung einen „autoritären Führungsstil“ und eine „Terrorherrschaft“ unter der Chefin des Staatsrundfunks, Sabine Rosbach. Zudem forderte Rosbach „erstaunlich oft“, dass „über bestimmte Firmen oder Personen berichtet wird, die auch Kunden von Sabine Rosbachs Tochter sind“.

Der NDR wies die damals erhobenen Vorwürfe zurück. “Nicht näher bezeichnete anonyme Vorwürfe” würden nicht kommentiert, lautete die Antwort. Nach laufenden Ermittlungen des NDR ging das Medienunternehmen den Vorwürfen nicht mehr nach. Die NDR-Untersuchung zeigt, dass der mögliche Interessenkonflikt auch gegenüber den Mitarbeitern nie offengelegt wurde. Damit hat der NDR möglicherweise gegen seine eigenen Compliance-Regeln verstoßen.

Rossbach entschuldigt sich bei Mitarbeitern

Auf Nachfrage von investigativen Journalisten sagte der NDR: „Die persönliche Beziehung (zwischen R. und der PR-Agentur ihrer Tochter, Anm. d. Red.) war 2017 Gegenstand von Gesprächen zwischen Frau Rosbach und der damaligen Redaktionsleitung des Hamburger Journals. Wie war das? nachdem es weiterging, ist es im Moment Teil der Klärung.“ In einer Stellungnahme hat Rosbach bereits eingeräumt, dass sie die Angebote der Agentur an ihre Tochter weitergeleitet habe. Sie entschuldigte sich auch bei den Mitarbeitern: „Wenn der Eindruck hinterlassen wurde, dass die Kunden meiner Tochter das tun sollten bevorzugt behandelt werden, tut mir leid”.

Seit Tagen kommen immer mehr Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Redaktionsarbeit in Kiel ans Licht. Die Frage ist, ob sie nicht wissentlich Einfluss auf die Berichterstattung von Kollegen genommen haben. Auch von einem politischen Filter war die Rede. DDR-Beamte fordern eine umfassende Aufklärung. Zuerst berichteten der stern und “Business Insider” über die Vorfälle. Inzwischen wurden erste Personalermittlungen durchgeführt. Der Chefredakteur des Kieler Standorts, Norbert Lorenzen, und die Politikerin Julia Stein sind kürzlich von ihren Ämtern zurückgetreten. Nun nimmt der Leiter des Landesrundfunks, Volker Tormehlen, einen Monat unbezahlten Urlaub.

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Kl

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