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Nord Stream Turbine 1: Gazprom benötigt eine schriftliche Bestätigung

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Erstellt: 24.07.2022, 21:05

Von: Tobias Utz, Katja Torvart, Fay Halberstadt

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Der Standort der Serviceturbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 ist ein Rätsel. Gazprom wiederholte die Bitte um schriftliche Bestätigung.

+++ 18.45 Uhr: Nach der routinemäßigen Wartung in Kanada wurde die Nord Stream 1-Turbine aufgrund des aktuellen Konflikts in der Ukraine an Deutschland übergeben. Damit die Turbine wieder nach Russland darf, gibt es derzeit keine Bestätigung einer Ausnahme von den geltenden Sanktionsbestimmungen. Gazprom sagte letzte Woche, dass es diese schriftliche Bestätigung angefordert habe. „Aber Siemens hat sie (die Unterlagen) bisher nicht zur Verfügung gestellt.“ Das Unternehmen habe die Anfrage nun wiederholt.

Gaslieferungen von Nord Stream 1: Kreml-Sprecher kritisiert mutmaßliche Insider

+++ 14.45 Uhr: Die Turbine für die in Kanada gewartete Gaspipeline Nord Stream 1 steckt nach Angaben Russlands mangels russischer Einfuhrgenehmigung nicht in Deutschland fest. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow widerlegte den entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters (siehe Update von 8.30 Uhr). Peskow nannte den Bericht sogar „Unsinn“. Die dort zitierten Insider liegen falsch. Sie sagten, Russland habe die Rückgabe der Turbine vom Zwischenstopp in Deutschland noch nicht genehmigt.

Ab Donnerstag (21. Juli) kann wieder Gas durch die Gaspipeline Nord Stream 1 fließen. Wie viel, bleibt unklar. (Ikonenbild) © Stefan Sauer/dpa

Update vom Freitag, 22. Juli, 8.30 Uhr: Noch herrscht Ungewissheit über die fehlende Turbine der Gaspipeline Nord Stream 1. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vermutet Russland als Schuld. Offenbar hält er das für eine Verzögerungstaktik. „Man hat manchmal den Eindruck, dass Russland sie nicht mehr zurücknehmen will“, sagte der Grünen-Politiker laut Reuters.

Dem Bericht zufolge sagte ein Insider in der Angelegenheit, dass die russische Regierung die erforderlichen Dokumente für den Import der Turbine noch nicht vorgelegt habe. Vor wenigen Tagen war aus dem Kreml das Gegenteil zu hören. Der Hersteller Siemens Energy habe wichtige Dokumente noch nicht nach Russland geschickt, hieß es in der Mitteilung.

Derzeit ist unklar, wo sich die von Kanada betriebene Turbine befindet. Dem Bericht zufolge betonte Habeck, die Turbine sei “Anfang der Woche in Deutschland” gewesen. „Und wenn es russisches Territorium erreicht und Gazprom übergeben wird, dann geben wir Bescheid“, betonte der Bundeswirtschaftsminister. Russland kündigte am Donnerstag (21. Juli) an, dass die Pipeline-Gaslieferungen wieder aufgenommen würden, wenn auch in einem langsameren Tempo.

Bundeswirtschaftsminister Habek (links) am 11. Juli in Tschechien. (Archivfoto) © Roman Vondrous / Imago Images

Nord Stream 1: Robert Habeck wirft Russland Erpressung vor

+++ 14.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habek wirft Russland Erpressung in der Gaskrise vor. Dass sich der Kreml als Garant sicherer Gasversorgung darstelle, sei eine Verdrehung der Tatsachen, sagte Habeck am Donnerstag in Berlin. Tatsächlich nutzt Russland seine große Macht, um Europa und Deutschland zu erpressen.

+++ 13.30 Uhr: Nach der Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch die Ostsee-Gaspipeline „Nord Stream 1“ nach Deutschland hat der Kreml in Moskau betont, Russland wolle ein Garant für Energiesicherheit in Europa bleiben. Präsident Wladimir Putin habe immer betont, dass der staatliche Gazprom alle seine Verpflichtungen erfülle, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. „Alle damit verbundenen technischen Schwierigkeiten sind auf die von der Europäischen Union auferlegten Beschränkungen zurückzuführen. Sie lassen die Reparatur der Ausrüstung nicht zu“, meinte Peskow die Sanktionen gegen Russland.

Der Kreml-Sprecher wies in diesem Zusammenhang auch Vorwürfe zurück, Russland suche einen Vorwand, um die Gasvorräte künstlich niedrig zu halten. Es gebe objektive technische Gründe, die auch von Siemens beseitigt würden, sagte Peskow. Kreml-Chef Putin hat davor gewarnt, dass die Lieferungen um bis zu 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter pro Tag weiter sinken könnten, wenn die Turbine nicht bis nächste Woche wieder installiert wird. Danach solle ein weiterer Block repariert werden, sagte Putin.

Nord Stream 1: Die Politik sieht nicht alles klar

+++ 12.30 Uhr: Nach dem Neustart der Gaspipeline Nord Stream 1 sieht CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrind noch nicht alles klar. “Wir befinden uns nach wie vor in einem Zustand totaler Energieunsicherheit”, sagte Dobrind am Donnerstag vor der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im Kloster Banz.

Das derzeitige Niveau der russischen Gasversorgung reicht nicht aus, um Gasknappheit im Winter zu vermeiden, sagte Dobrind. „Es gibt noch viele Hausaufgaben für die Bundesregierung“, sagte er. Die Erpressung des russischen Staatschefs Wladimir Putin geht weiter. „Andere Lieferkapazitäten sind möglich – sie werden bewusst nicht besetzt“, sagte Dobrind.

Nord Stream 1: „Wir sind jetzt Russland ausgeliefert“

+++ 11.25 Uhr: Mit Blick auf die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 hat Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) vor betrügerischen Sicherheitsvorkehrungen gewarnt. Die Wiederaufnahme sei eine gute Nachricht für die europäische Erdgasversorgung, sagte der Regierungschef in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. “Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, uns im Sommer in falscher Sicherheit zu fühlen.”

+++ 10.45 Uhr: Trotz Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen über die Gaspipeline Nord Stream 1 sieht der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller nicht alles klar. Wenn in den nächsten Wochen etwa 40 Prozent der Kapazität der Pipeline ausgelastet seien, würden sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigen, sagte Müller am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Es war nicht das Worst-Case-Szenario, aber ich kann immer noch nicht sagen, dass alles klar ist.

Müller wies darauf hin, dass der russische Präsident Wladimir Putin kürzlich Äußerungen getätigt habe, die auf eine Reduzierung um bis zu 20 Prozent hindeuten könnten. „Im Moment sind wir Russland ausgeliefert, weil sie entscheiden, wie viel Gas uns Nord Stream 1 liefert.“ Noch wichtiger sind Einsparungen und Lieferungen aus anderen Quellen.

Nord Stream 1: Stellungnahme der Bundesnetzagentur

+++ 09.30 Uhr: Die Bundesnetzagentur nimmt jetzt wie vor der Wartung die Liefermenge an Gas durch die Nord Stream 1-Pipeline. Wie die Nord Stream AG soll auch die Pipeline nun zu etwa 40 Prozent ausgelastet sein, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur der Deutschen Presse-Agentur. Die Gasströme stiegen. Unterdessen twitterte auch der Leiter der Behörde, Klaus Müller, dass die realen Gasflüsse höher waren als angekündigt.

Der Gaspegel in Nord Stream 1 ist auf dem Stand vor Beginn der abgeschlossenen Routinewartung

+++ 8.45 Uhr: Nach vorläufigen Angaben der Betreibergesellschaft sind die Gaslieferungen durch die Ostseepipeline etwa so groß wie vor ihrer Wartung – nämlich knapp 30 Millionen Kilowattstunden pro Stunde, also knapp 30 Millionen Kilowattstunden pro Stunde. etwa 700 Gigawattstunden pro Tag. Das geht aus vorläufigen Informationen hervor, die am Donnerstagabend (4 Uhr) auf der Website der Nord Stream AG veröffentlicht wurden.

Die angekündigte Menge entspricht in etwa der vor Beginn der geplanten Wartung, als die Pipeline zu etwa 40 Prozent belastet war. Diese Informationen können sich jedoch noch ändern. Bei den am Vormittag verfügbaren Daten handelte es sich um vorläufige Bekanntmachungen, die sogenannten Nominierungen.

Obwohl die Nummern für Netzbetreiber wichtig sind, um den Gastransport sicherzustellen, können sie noch geändert werden, d.h. renominiert, bis kurz vor der eigentlichen Auslieferung. Die tatsächliche Liefermenge wird sich höchstwahrscheinlich auf die Gaspreise und damit auf den Geldbeutel der Privatkunden auswirken.

Nord Stream 1: Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen – 30 Prozent der Kapazität

+++ 07.30 Uhr: Nach Abschluss der Reparaturarbeiten floss wieder Erdgas durch die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 1. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, die vom russischen Gaskonzern Gazprom angekündigte Gasmenge liege bei 30 Prozent der möglichen Kapazität.

Die angekündigte Menge sei für die ersten zwei Stunden bindend, Änderungen im Tagesverlauf seien „sehr ungewöhnlich“, so Müller weiter. Seit Beginn der Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 am 11. Juli ist fast kein russisches Gas mehr nach Deutschland geflossen. Die Bundesregierung befürchtete, dass Gazprom den Gashahn auch nach Abschluss der Arbeiten geschlossen halten könnte.

Nord Stream 1: Russische Gaslieferungen nach Reparaturen wieder aufgenommen

Update vom Donnerstag, 21. Juli, 6.30 Uhr: Nach der Reparatur von Nord Stream 1 wurde am Donnerstagmorgen die Gaslieferung auf der deutsch-russischen Pipeline wieder aufgenommen. Es fliesse wieder Gas, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur.

Nord Stream 1: Putin deutet an, dass bald wieder Gas aus Russland kommt

Erstmeldung vom 20. Juli: Moskau – Wegen jährlicher Wartungsarbeiten wurde die Gaspipeline Nord Stream 1 vorübergehend stillgelegt. Nun deutet sich an, dass bald wieder Gas aus Russland durch sie fließen wird. In der Nacht auf Mittwoch (20. Juli) …