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Rahmen-Laptop im Test: Widerstandsfähiger als andere

Upgrade- und Reparaturrechner

Fairphone hat es vorgemacht: Nutzer können kaputte Smartphone-Komponenten austauschen und das Handy länger am Leben erhalten. Jetzt zieht ein Laptop-Anbieter nach. Das US-Startup-Framework-Ultrabook kann vom Benutzer konfiguriert und repariert werden. Speicher, Anschlüsse, Akku und mehr lassen sich mit wenig Aufwand wechseln. Wenig Aufwand bedeutet: Komponenten sind schnell verfügbar – wenig handwerkliches Geschick ist noch erforderlich. Der Rahmenrechner wird auf der Seite des Anbieters verkauft – als fertiger Laptop oder als Bausatz. Je nach Ausstattung kostet es zwischen 1000 und 2000 Euro.

Komponenten nach eigenen Wünschen zusammenstellen

Vor dem Kauf können Sie unter anderem wählen, wie leistungsfähig der Prozessor ist und wie groß der Speicherplatz sein soll. Wir haben das günstige Basismodell mit Intel i5-1135G7 Prozessor, 8 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte internem SSD-Speicher getestet. Inklusive USB-A, USB-C, HDMI und den von uns gewählten Micro-SD-Kartenleser-Anschlüssen kostet es 1.070 Euro.

Vier Steckplätze für Anschlüsse Ihrer Wahl

Austauschbar. Mit sogenannten Expansion Maps können Sie eigene Verbindungen definieren und zur Laufzeit ändern. © Stiftung Warentest / Ralf Kaiser

Das Ultrabook verfügt über vier Steckplätze, in die sogenannte Erweiterungskarten gesteckt werden können. Sie klicken einfach ohne Werkzeug – das geht sogar während der Arbeit. Einige Karten beinhalten Konnektivität, das Sortiment umfasst USB-C, USB-A, HDMI, Micro-SD-Kartenleser oder Displayport. Mit anderen Karten lässt sich der Speicher um 250 Gigabyte oder 1 Terabyte erweitern. Ein Anschluss kostet zwischen 10 und 20 Euro, eine Speichererweiterung bis zu 160 Euro. Karten können einzeln erworben werden – je nach Bedarf.

Lediglich die Kamera schwächelte im Test

Im Alltag ist der Rechner nicht kompliziert. Es arbeitet schnell und hat ein gutes Display mit sehr hoher Helligkeit und einer Auflösung von 2256 x 1504 Pixel. Seine Kamera ist, wie die vieler Laptops, unscheinbar und liefert etwas unscharfe Bilder. Für Videotelefonate ist die Qualität aber ausreichend. Der Akku ist erträglich und hält fast acht Stunden Videobetrachtung durch. Das kleine, kompakte Ultrabook wiegt nur 1,3 Kilogramm und eignet sich sehr gut für mobiles Arbeiten.

Hilfreiche Anleitungen – aber meist nur auf Englisch

Framework bietet Online-Ersatzteile und hilfreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Austausch von Komponenten, teilweise in Form von kurzen Videos. Kleiner Wermutstropfen: Alle diese Anleitungen sind nur auf Englisch, nur die dem Notebook beiliegende Kurzanleitung ist auf Deutsch.

Einige technische Fähigkeiten sind erforderlich

Das Konzept richtet sich an technikaffine Laien, die schon das eine oder andere Gerät vermasselt haben, nicht an jeden. Etwas Erfahrung ist erforderlich, sonst können die Bauteile leicht beschädigt werden. Um an das Innere zu gelangen, müssen Sie fünf Schrauben auf der Rückseite des Laptops lösen, und auch die Tastaturabdeckung ist mit einem Magneten befestigt – alles ist sicher und stabil. Ein passender Schraubendreher ist im Lieferumfang enthalten.

Komponenten können mit unterschiedlicher Leichtigkeit ausgetauscht werden

sich entwickeln. Der Laptop lässt sich einfach öffnen, um Komponenten wie Speicher, Lüfter, Akku etc. © Stiftung Warentest / Ralf Kaiser

Wir haben es ausprobiert: RAM und interner Speicher ließen sich relativ einfach ein- und ausbauen. Es handelt sich übrigens um Standardkomponenten, die auch von anderen Anbietern bezogen werden können. Etwas mehr Fingerspitzengefühl brauchten wir beim Akku: Einmal abgeschraubt, ließ er sich nur mit einem kräftigen Ruck lösen – er hing etwas fest. Neben Arbeitsspeicher, Anschlüssen und Akku können auch Display, Lüfter und Kühleinheit, Mainboard, Tastatur, Touchpad, Lautsprecher, Webcam, Fingerabdrucksensor und vieles mehr getauscht werden.

Fazit: Ein spannendes Gerät für Technikinteressierte

Der Framework-Laptop arbeitet zuverlässig und setzt ein Zeichen für die Umwelt. Sein Konzept sorgt für eine längere Lebensdauer, da defekte Teile einfach ausgetauscht werden können. Die Zielgruppe sind jedoch eher technisch versierte Laien. Auch weiß niemand, wie erfolgreich das Startup auf Dauer sein wird und wie lange es noch bestehen wird. Hoffentlich werden sich andere Anbieter an dem Framework orientieren.

Tipp: In unserer Datenbank finden Sie noch viele weitere mobile Computer im Test.