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Stromverbrauch von Handy und Elektronik – So sparen Sie Strom beim Streamen und mit der Cloud

– So sparen Sie Energie beim Streamen und Verwenden der Cloud

Lohnt es sich, beim Anschauen von Filmen und Serien die Auflösung zu reduzieren? Ist Glasfaserkabel oder Mobilfunknetz effizienter? Tipps für den Umgang mit machthungrigen Menschen.

Gepostet heute um 10:36 Uhr

Es wird geschätzt, dass das Internet zwischen 3,6 und 6,2 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verbraucht. Mit den Leistungsanforderungen des Metaverses wird dieser Bedarf erheblich zunehmen.

Foto: Getty Images

Wenn es darum geht herauszufinden, wer die größten Energiesünder sind, kommt schnell die Cloud ins Spiel. Der Vorwurf ist, dass der Energiebedarf des Netzes enorm ist, ebenso wie seine CO₂-Emissionen. Es ist nicht sofort von der Hand zu weisen, denn das Netzwerk besteht aus riesigen Fabrikhallen mit tausenden stromhungrigen Servern. Unternehmen sind dabei, auf sauberen Strom umzusteigen. Aber dieser Prozess ist noch in vollem Gange. Google zum Beispiel will bis 2030 CO2-frei sein.

Das Bundesamt für Energie hat im vergangenen Jahr in einer Studie ermittelt, dass Schweizer Rechenzentren und Serverräume im Jahr 2019 rund 2,1 Terawattstunden Strom benötigten. Das entspricht 3,6 % des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz. Laut Studie besteht ein großes Einsparpotenzial: Bei höherer Effizienz lässt sich fast die Hälfte (46 Prozent) des Verbrauchs einsparen.

Der Power-Anspruch ist beeindruckend – und noch lange nicht alles: Die Vorlage des Bundesamtes gilt nur für Schweizer Serverstandorte. Technologieunternehmen betreiben weltweit Rechenzentren, die auch wir Schweizer Kunden nutzen. Google hat zum Beispiel 23 Standorte; sechs davon in Europa (Irland, Niederlande, Dänemark, Belgien und Finnland). 15,5 Terawattstunden Strom verbrauchte der Suchmaschinengigant im Jahr 2020.

Der Standort der Google-Rechenzentren.

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Am Beispiel der Musikindustrie erklärt das Magazin Telepolis eindrucksvoll, wie das Internet unseren ökologischen Fußabdruck vergrößert: Ihr Ressourcenbedarf, umgerechnet in einen Vergleichswert von CO₂-Äquivalenten, blieb zwischen 1977 und 2000 stabil, obwohl die Kunden erst danach Schallplatten kauften CDs und schließlich gekaufte Downloads. Bis 2016 hat er sich auf 300.000 Tonnen CO₂-Äquivalente fast verdoppelt. Streaming ist natürlich schuld.

Als Nutzer können wir uns der Cloud nicht vollständig entziehen und unseren Teil zum kontinuierlichen Datenwachstum beitragen. Aber es zeigt sich, dass die Gesundheitsgrenze nicht nur aus Datenschutzgründen sinnvoll ist, sondern auch aus Umweltgesichtspunkten. Es gibt viele Möglichkeiten, die Cloud datensparend und damit energieeffizient zu nutzen.

Laden Sie nicht alles hoch, nur das Richtige

Online-Repositorien wollen uns dazu bringen, möglichst viele Dokumente online zu hinterlegen, am besten den gesamten digitalen Bestand. Denn viele Daten brauchen ausreichend Kapazität, und die gibt es nur über teure Abonnements. Diese Regel gilt universell, egal ob Sie Microsofts OneDrive, Apples iCloud, Dropbox oder Google Drive nutzen.

Aber wie oft müssen Sie auf alte Word-Dateien oder digitalisierte Rechnungen aus dem Jahr 2007 online zugreifen? Deshalb lohnt es sich, Ihre Datenhaltung aktuell zu organisieren: Die Dateien, die Sie für aktuelle Projekte benötigen, liegen in einem eigenen Ordner und werden mit der Cloud synchronisiert. Speichern Sie alles andere offline im Archivordner.

Einige Dienste verfügen auch über eine selektive Synchronisierung (z. B. OneDrive und Dropbox), bei der Sie für jeden Ordner oder jede Datei angeben können, ob Sie in die Cloud migrieren möchten oder nicht.

Ein erwünschter Nebeneffekt besteht darin, den Schaden einer Sicherheitsverletzung oder eines Angriffs durch Datendiebe zu mindern, indem die Menge an Dokumenten, die gestohlen werden können, reduziert wird.

Nur das synchronisieren, was wirklich in die Cloud muss: Bei OneDrive können Sie per Kontextmenü festlegen, welche Ordner nur lokal verfügbar sein sollen.

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Strömungsenergie optimieren

Auch das Streamen von Musik und Filmen verbraucht Energie und verursacht CO₂. Bei Videos gibt es Einsparpotenziale durch Herunterskalieren: Statt 4K sehen Sie die Inhalte in Full HD, was einen großen Unterschied macht. Wenn Sie nebenbei YouTube-Videos abspielen, aber hin und wieder nur mit einem Auge schauen, dann reicht eine der niedrig auflösenden Versionen (z. B. 480p), die Sie über das Zahnradsymbol auswählen können, aus.

Hinsichtlich der Umweltauswirkungen macht es einen großen Unterschied, welchen Dienst man nutzt: Das französische Analyseunternehmen Greenspector hat mehrere große Anbieter verglichen: Am schlechtesten schnitt Tiktok ab, mit einem fast sechsmal höheren „Carbon Impact“-Wert als Youtube.

Es gibt auch eine Option, die Qualität beim Musikstreaming zu reduzieren, aber es ist viel weniger wichtig. Es ist effizienter, wenn Sie häufig gehörte Musik auf Ihrem Gerät speichern. Mit diesem Trick muss die App deine Songs nicht jedes Mal neu aus der Cloud laden, wenn du sie anhörst. Spotify hat einen Offline-Schalter für Alben und Wiedergabelisten, den Sie nur aktivieren müssen. Auf dem Gerät vorhandene Tracks sind mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet.

Die grüne Abwärtspfeiltaste lädt die Songs auf das Gerät herunter, sodass sie nur einmal gestreamt werden müssen, nicht jedes Mal, wenn Sie sie anhören.

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Apropos Streaming: Auch bei Videokonferenzen werden erhebliche Datenmengen eingespart, wenn nicht immer alle Teilnehmer Videos senden, sondern nur bei Bedarf.

Glasfaser statt Mobilfunk

Eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2020 kommt zu dem Schluss, dass die Art der Übertragung einen entscheidenden Unterschied macht. Demnach verursacht das Streamen von HD-Videos über Glasfaser 2 Gramm CO₂, über Kupferkabel sind es 4. 5G schneidet mit 5 Gramm nicht viel schlechter ab; aber der mittlerweile veraltete UMTS (3G)-Standard produziert 90 Gramm CO₂ pro Stunde.

Auch wenn sich die Zahlen aus der Studie nicht eins zu eins auf die Schweiz übertragen lassen, gelten die Behauptungen grundsätzlich auch für uns: Insbesondere 5G überträgt Daten effizienter als bisherige Standards und nutzt energiesparende Mechanismen. Am effizientesten sind Glasfasern: Dank der Lichtübertragung verbrauchen sie bis zu 12-mal weniger Energie als Festnetz-Internet über ein Kupferkabel. Diese Informationen stammen von Swiss4net, dem Unternehmen, das Netzwerke für Schweizer Gemeinden und Städte baut.

Lichtwellenleiter übertragen Daten nicht nur schnell und in großen Mengen, sondern auch energieeffizient.

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Aus Energie- und Umweltgründen ist es für uns Verbraucher sinnvoll, größere Übertragungen zu Hause durchzuführen, auch wenn wir über unbegrenzte mobile Daten verfügen.

Effektive Ausrüstung

Ausschlaggebend für die eigene Stromrechnung ist die Nachfrage nach den Geräten. Es liegt auf der Hand, dass ein für den mobilen Einsatz angepasster Laptop weniger Energie verbraucht als ein stationärer Desktop-Rechner. Im Vergleich ist das Tablet im Schnitt sogar sparsamer.

Achten Sie bei Fernsehern und Bildschirmen auf die Energieklasse. Dies ist umso wichtiger, je größer der Bildschirm ist, da die Diagonale zwangsläufig den Stromverbrauch erhöht – ebenso wie der Bedarf an ultrahochauflösenden 4K-Inhalten, die mehr Leistung für die Übertragung benötigen.

Für PCs gilt nach wie vor eine gute Faustregel, Leistung nicht zu horten: Kaufen Sie keinen High-End-Spielautomaten, nur weil Sie ein anspruchsvolles 3D-Spiel zwei- oder dreimal spielen möchten. In diesem Fall kann die Cloud Abhilfe schaffen: Es gibt bereits eine Reihe von Anbietern, die es ermöglichen, anspruchsvolle Spiele auf langsamen Geräten über das Internet zu spielen. Auch wenn es extra Strom kostet – im Vergleich dazu verbraucht ein nicht ausgelasteter High-End-Computer mehr Strom.

Matthias Schüssler ist Digitalredakteur und berichtet über Neuigkeiten aus Technologieunternehmen, Soft- und Hardware und gibt Hilfestellungen für den sicheren Umgang mit Smartphones, Computern und Gadgets. Mehr info@MrClicko

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