– Met Office warnt vor „unruhiger Nacht“
In weiten Teilen der Schweiz kam es am Donnerstag zu heftigen Gewittern, begleitet von Starkregen, Sturmböen und Hagel.
Aktualisiert vor 4 Stunden
Zum Teil heftige Gewitter und Schauer fegen wieder durch die Schweiz, wie hier Anfang Juni in Stans im Kanton Nidwalden. (5. Juni 2022)
Foto: Urs Flüeler (Keystone)
Der Donnerstagabend zeigte sich von einer stürmischen Seite. Der Wetterdienst meldete am frühen Abend Gewitter in mehreren Gebieten der Schweiz, darunter Mittelland, Emmental, Berner Oberland, Appenzellerland und im Ajoie-Jura.
Im belgischen Burgdorf wirft eine Superzelle Hagel mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern ab, twitterte SRF Meteo. Aber auch andernorts hagelte es, etwa in den Kantonen Jura und Basel-Stadt. Teilweise fiel auch starker Regen, zum Beispiel in Kiesen BE, wo in zehn Minuten rund 20 mm Regen fielen. Innerhalb von 20 Minuten fielen insgesamt 30 mm Regen.
Starke Winde gab es beispielsweise im Jura, wo laut SRF Meteo Windböen von 97 km/h gemessen wurden. Auch Blitze gab es reichlich, der Wetterdienst verzeichnete bis zum Abend 21.000 Blitzeinschläge.
Laut Meteonews hat sich auch im Süden ein Gewitter gebildet. Im Vergleich zur Alpennordseite ist dies aber noch relativ bescheiden. Immer mehr Gewitter wirbeln aus Südwesten heran, “fast wie am Fließband”, wie man sagt. Lokal hagelt es noch stellenweise – aber Wind und Starkregen stehen jetzt mehr im Vordergrund. Das Met Office beschrieb das Wetter als „Auftakt zu einem Gewitterabend und einer unruhigen Nacht“.
Über Nacht nähert sich eine Kaltfront, die kühle und feuchte Luft in die Alpen bringt, schreibt SRF Meteo auf der Website. Diese Kaltfront begünstigt die Entstehung von Niederschlägen und Gewittern. Diese Gewitter könnten laut Meteonews „lokal heftig mit der Gefahr von Hagel und starken Windböen“ sein.
MeteoSchweiz, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, hat für Donnerstagnachmittag, -abend und die erste Nachthälfte eine Unwetterwarnung der zweithöchsten Stufe drei herausgegeben, wie auf Twitter angekündigt.
Der Wetterdienst rechnete mit starkem Regen, böigen Winden und Hagel. Bei solchen Wetterereignissen mit starker Blitzaktivität sollte man sich von Masten, Graten, Bäumen, Türmen und anderen Erhebungen fernhalten. Vermeiden Sie es, im Wald zu stehen. MeteoSchweiz rät denjenigen, die im offenen Gelände gefangen sind, sich zu ducken, wenn es viele Blitze gibt.
Häufiger Hagel und Hitze prägten den Juni. Die Schweizer Hagelversicherung registrierte rund 4000 Schäden in Höhe von 20 Millionen Franken. Für eine Aussage zum Hagel im Jahr 2022 sei es aber noch zu früh, wie die Genossenschaft der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Hagel traf vor allem die Kantone Waadt, Jura, Bern, Luzern, Zürich und Schaffhausen. Das größte Hagelgebiet des Monats wurde bereits am 5. Juni verzeichnet. Aber auch während und nach der Hitzewelle am 15., 21., 22. und 23. Juni wurden große Flächen vom Hagel heimgesucht.
Schweizer Hail versichert rund 29’000 Betriebe in der Schweiz gegen Hagel und andere Naturgefahren. Damit deckt die Versicherung etwa 70 Prozent der offenen Ackerflächen ab. Je nach Produkt und Kanton sind 30 bis 80 Prozent Dauerkulturen und 10 Prozent Rasen versichert. Die größte Nachfrage besteht in der Landwirtschaft und im Weinbau.
SDA/aru
Gepostet: 30.06.2022, 17:11
Fehler gefunden? Jetzt melden.
5 Kommentare
Add Comment