Weitere (kleine) Fortschritte bei der Beseitigung der Folgen des Hackerangriffs auf Kärnten: Das Kärntner Landesamt und die Landesbehörden (BH) sind per E-Mail und Telefon wieder erreichbar. Zumindest so weit wie möglich, wie Gerd Kurat, Leiter des Landespressedienstes (LPD), am Montagmorgen erklärte: „Es kann immer noch Probleme mit einzelnen Accounts und Telefonverbindungen geben, aber zum größten Teil funktioniert es wieder.“
Seit Montag ermittelt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt (StA) laut StA-Sprecher Marcus Kitz gegen unbekannte Täter wegen des Verdachts der schweren Erpressung. Grundlage ist der (erste) Bericht des Staatsdienstes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Nähere Angaben könnten zu diesem Zeitpunkt laut Kitz nicht gemacht werden. Laut Kurat ist auch ein Bericht über den staatlichen Sachverhalt auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft.
die Zahlung verzögert sich
Die für diese Woche angesetzten Auszahlungstermine für „Grundleistungen für privat untergebrachte hilfs- und schutzbedürftige Menschen in Kärnten“ müssten vorerst entfallen, teilte LPD am Dienstag in einer Aussendung mit. Nach dem Hacken funktionieren einige der für die Auszahlung erforderlichen Anwendungen immer noch nicht. Auszahlungstermine wären morgen Mittwoch in Klagenfurt und Donnerstag in den Bezirken angesetzt. Jetzt abgesagte Termine müssen nachgeholt werden, sobald die Anlage wieder in Betrieb ist.
Ansammlung von Pässen
Spätestens Mitte der Woche – laut Kurat vielleicht schon früher – kann BH wieder Pässe und Führerscheine ausstellen. „Wir sind zuversichtlich, dass dies bald geschehen wird“, sagte Kurat. Wann genau das passieren wird, ist unklar: “Wir werden die Öffentlichkeit umgehend informieren.” Um die ohnehin schon lange Verzögerung nach der Corona-Pandemie vor allem bei der Passausstellung abzuarbeiten, werden die Kreisbehörden diese Dokumente “auch nachmittags, außerhalb des Parteiverkehrs” ausstellen, sagte Kurat. Und: BH wird die Kandidaten aktiv kontaktieren und so schnell wie möglich Treffen organisieren. Wie groß die Anhäufung von Pässen in Kärnten ist, lässt sich laut dem Leiter des Landespresseamtes nicht sagen.
Ob und welche Daten die Hacker gestohlen haben, ist noch unklar. Nach Rücksprache mit IT-Experten geht Kurath aber trotzdem davon aus, dass keine Daten verloren gehen. Wie hoch die Kosten für die Behebung des durch den Hackerangriff entstandenen Schadens sind, lässt sich noch nicht beziffern.
Kein Geld für BlackCat
Hinter dem Angriff auf das IT-System des Landes steckt die Hackergruppe BlackCat. Sie fordert vom Staat fünf Millionen Euro für die Bereitstellung einer Software, mit der sich der Verschlüsselungscode rückgängig machen lässt. “Das Land kann nicht erpresst werden. Wir werden den geforderten Betrag nicht zahlen“, betont Kurat noch einmal.
Schlagabtausch zwischen Koeffer und Kaiser
In der Sache kommt es derweil zu einem brutalen Schlagabtausch zwischen dem Team Kärnten und der SPÖ. Gerhard Koeffer, MdB und Bürgermeister von Spittal, kritisierte die Abwesenheit von Peter Kaiser in der vergangenen Woche: eine andere Erklärung für diese Abwesenheit in dieser Phase. Das ist eine Flucht aus der Verantwortung.“ Koeffer fehlte Führungs- und Managementkompetenz bei Kaiser und später beim Leiter des Landesamtes.
Die Antwort ist ebenso eindeutig: „Nach dem heimtückischen Angriff einer internationalen kriminellen Vereinigung auf das Land Kärnten hat der Landeshauptmann unverzüglich und in enger Abstimmung mit den IT-Experten des Landes und dem Landespolizeipräsidium geeignete Maßnahmen ergriffen, um einen maximalen Datenschutz zu gewährleisten Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Sozialhilfezahlungen ohne größere Verzögerungen gezahlt werden“, sagte Kaiser-Sprecher Andreas Schäfermeier. Leider entsprechen die ungelernten Angriffe auf den Gouverneur der einzig fragwürdigen “Kompetenz” der Opposition.
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