– So erkennen Sie unseriöse Webshops
Das Internet hat alles – jedes Produkt zum Schnäppchenpreis. Aber auch Betrüger, die es auf unser Geld abgesehen haben. Tipps zum Umgang mit sogenannten Fake Stores.
Veröffentlicht heute um 08:00 Uhr
Wenn Sie Ihre Kreditkartennummer eingeben, tun Sie dies nur in einer sicheren Umgebung – und am besten nicht in einem öffentlichen WLAN.
Foto: Getty Images
Das Internet bereichert unseren Alltagswortschatz. Ein Begriff, den wir lernen mussten, ist Fake-Shop: Der Spiegel prägte ihn 2011, als eine Bande festgenommen wurde, die teure Kameras verkaufte, aber nie lieferte. Dieses Jahr erlebt er einen wahren Höhepunkt: Bei Energiekrise und Versorgungsschwierigkeiten werden Feuerholz, Fahrräder und gestohlene Autos geprellt, aber auch Elektronik und andere schwer zu findende Produkte.
Solche Fake-Shops erkennt man meist nicht an ihrem laienhaften Design, denn es ist schon ein Kinderspiel, ein professionelles Layout zu kopieren. Gute Produktbeschreibungen hingegen sind schwieriger, zumal Betrüger häufig automatische Übersetzungstools verwenden. Ein seriöser Shop benötigt unbedingt ein Impressum, das eine Postanschrift enthalten muss. Beachten Sie die AGB und Kontaktmöglichkeiten: Wenn Sie den Kundenservice bei Problemen nur über eine Gmail-Adresse kontaktieren können, sollten Sie von einem Kauf absehen.
Vermeiden Sie bekannte Fake-Shops
Es gibt noch weitere Kriterien zu beachten: Überprüfen Sie die Zahlungsmethoden, indem Sie einen Kauf ausprobieren (natürlich ohne tatsächliche Zahlung): Wenn am Ende nur die Vorauszahlung oder eine direkte Überweisung von Privat zu Privat, z. B. mit Paypal, obwohl andere Zahlungsmethoden angesprochen wurden, dann ist das verdächtig.
Fakeshopfinder hat einen betrügerischen Online-Shop aufgedeckt: Diese Website samt Impressum wurde von einem seriösen Angebot kopiert.
Screenshot: Matthias Schüssler
Schauen Sie sich die Webadresse genau an: Fake-Shops verwenden oft eine Adresse, die fast die gleiche ist wie die eines bekannten Online-Shops, aber mit einem kleinen Unterschied, wie z Zum Beispiel «sh0p.com» statt «shop.com». Sie können die Adresse Verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder überprüfen: Dieser Check stammt von deutschen Verbraucherschutzorganisationen und ist auch vielen internationalen und Schweizer Shops bekannt.
Die Schweizer Kriminalprävention bezeichnet Gütesiegel, die zeigen, dass ein Shop zertifiziert ist und bestimmte Standards erfüllt, wie zum Beispiel das Rückgaberecht. Natürlich kann der Stempel selbst gefälscht werden. Aber wenn Sie auf den Stempel klicken, müssen Sie zur Website des Verlags gehen, wo Sie überprüfen können, ob das betreffende Geschäft mit der genauen Adresse aufgeführt ist, mit der Sie darauf zugegriffen haben. Bekannte Siegel sind Swiss-online-garantie.ch oder Trustedshops.de. Sie können auch Benutzerbewertungen von letzterem finden.
Auch zwischen seriösen und betrügerischen Shops gibt es eine Grauzone: Ein unschlagbar günstiges Angebot kann durch Zusatzkosten teurer werden. Ich habe schon erlebt, dass mir zusätzlich zu den Versandkosten unaufgefordert eine „Versandgarantie“ plus eine „Bearbeitungsgebühr“ in Rechnung gestellt wurde. Und bei Bestellungen aus dem Ausland fallen fast immer Zoll- und Bearbeitungsgebühren an, die Billigware unverhältnismäßig teuer machen.
Ob der Preis realistisch ist, können Sie mit Preissuchmaschinen wie Toppreise.ch oder Google Shopping herausfinden. Unterbietet ein Geschäft den niedrigsten Preis um weitere 20 Prozent, bekommt man ein gefälschtes Produkt, eine defekte Kopie oder gar nichts.
Schützen Sie Ihren Computer und Ihre Zahlungen
Verwenden Sie für sichere Online-Einkäufe ein Smartphone, Tablet oder Computer mit den neuesten Anwendungen und Betriebssystemen. Sie melden sich mit einem starken, sicheren Passwort an, und wenn Sie Ihre Kreditkartennummer eingeben, tun Sie dies nur in einer sicheren Umgebung, in der Ihnen niemand über die Schulter sehen kann – und vorzugsweise nicht in einem öffentlichen Wi-Fi-Netzwerk. Am wichtigsten ist übrigens, dass mobile Zahlungs-Apps wie Apple Pay sicherer sind als Kreditkarten, da sie mit eindeutigen Transaktionscodes arbeiten, die von einem Dieb nicht für zusätzliche Einkäufe verwendet werden können.
Wenn Sie in einem gefälschten Geschäft gekauft haben, wenden Sie sich an die Bank, um die Zahlung zu stoppen, falls dies noch möglich ist. Sammeln Sie Beweise wie Bestätigungs-E-Mails und machen Sie einen Screenshot des Angebots, das Sie angenommen haben. Mit diesen Informationen können Sie sich bei der Polizei melden und den Fall auch dem Nationalen Cyber-Sicherheitszentrum unter Report.ncsc.admin.ch melden.
Matthias Schüssler ist Digitalredakteur und berichtet über Neuigkeiten aus Technologieunternehmen, Soft- und Hardware und gibt Hilfestellungen für den sicheren Umgang mit Smartphones, Computern und Gadgets. Mehr info@MrClicko
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