Bei der Eröffnungsfeier der „Documenta Fifteen“ kritisierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verantwortlichen der Kunstschau für ihren Umgang mit Antisemitismus-Vorwürfen. „Es fällt auf, dass jüdische Künstler aus Israel bei dieser wichtigen Ausstellung zeitgenössischer Kunst nicht vertreten sind“, erklärte er laut Redemanuskript. Er war sich im Vorfeld nicht sicher, ob er überhaupt zur Eröffnung kommen würde. Am Samstag wurde in Kassel die Weltkunstausstellung offiziell eröffnet.
Er findet es besorgniserregend, dass sich Vertreter des “globalen Südens” zunehmend weigern, an Veranstaltungen oder Festivals mit jüdischen Israelis teilzunehmen. „Meinungs- und Kunstfreiheit sind das Herzstück unserer Verfassung. Kritik an der israelischen Politik ist erlaubt“, sagte das deutsche Staatsoberhaupt. “Aber wo Kritik an Israel zu einer Frage seiner Existenz wird, ist die Grenze überschritten.”
„Documenta five“ wird erstmals von einer Künstlergruppe aus Asien kuratiert – der neunköpfigen Gruppe „Ruangrupa“ aus Indonesien. Nach ihren Vorstellungen soll sich die Weltkunstausstellung stärker als bisher auf die Sicht der Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika auf die moderne Welt und ihre Probleme konzentrieren. Die Organisatoren der Ausstellung fühlen sich der Philosophie von „Lumbung“ verbunden, einer in Indonesien verbreiteten einfachen Reismühle, die erntet und für alle zugänglich ist. Ruangrupa sieht den Kern seines Ausstellungskonzepts im gemeinsamen Einbringen von Fähigkeiten und Teilen.
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Nikolaus Mack
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Bereits Anfang des Jahres gab es eine Diskussion über die Israelfeindlichkeit im Zusammenhang mit der Documenta. Der Vorwurf des Antisemitismus beruht darauf, dass einige der eingeladenen Künstler die vom Bundestag als antisemitisch bezeichnete internationale BDS-Kampagne unterstützen müssen, die zum Boykott gegen Israel aufruft.
Die Urkunde gilt als eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungen moderner Kunst und findet alle fünf Jahre statt. Sie ging zurück auf die Initiative des Kasseler Künstlers und Universitätsprofessors Arnold Bode (1900-1977), der 1955 die erste große Schau moderner Kunst in seiner Heimatstadt organisierte. Noch bis zum 25. September ist die „Documenta five“ in Kassel zu erleben.
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