Stand: 09.06.2022 14:59 Uhr
Einige Personengruppen haben ein höheres Risiko, an Affenpocken zu erkranken. Der Ständige Impfausschuss empfiehlt nun, sich impfen zu lassen. Der Impfstoff ist in der EU zugelassen und verfügbar.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, gefährdete Personengruppen gegen Affenpocken zu impfen. Zu den Risikogruppen zählen Personen über 18 Jahren, die engen Körperkontakt mit Infizierten hatten, Labormitarbeiter, die mit Proben von ungeschützten Infizierten gearbeitet haben, und homosexuelle Männer mit wechselnden Partnern.
Grund für die jüngste Empfehlung ist laut STIKO, dass bisher rund 130 Affenpockenfälle in Deutschland nur bei homosexuellen Männern aufgetreten sind und diese Gruppe daher besonders geschützt werden sollte. Generell ist das Übertragungsrisiko für Heterosexuelle, die Sex mit Infizierten haben, genauso hoch.
Sex, aber auch Manipulationen im allgemeinen Haushalt gelten als „enger Körperkontakt“, ebenso wie der Aufenthalt in der Nähe einer infizierten Person in einem Abstand von weniger als einem Meter, etwa bei Gesprächen. Personen, die diese Kriterien erfüllen, sollten nach Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen nach der Exposition geimpft werden.
Ein vom Antwerpener Institut für Tropenmedizin bereitgestelltes Foto zeigt Hautsymptome bei Patienten mit Affenpocken. In immer mehr Ländern werden Infektionen mit dem Virus gemeldet. Bild: Institut für Tropenmedizin Antwerpen / dpa
Vorläufige Empfehlung
Die STIKO-Empfehlung ist vorläufig und muss noch das sogenannte Stellungnahmeverfahren mit den Ländern und den beteiligten Gutachtergruppen durchlaufen.
Die Impfung kann laut STIKO mit dem EU-zugelassenen Pockenimpfstoff Imvanex erfolgen. Basisimpfungen erfordern zwei Impfungen im Abstand von etwa vier Wochen. Wer zuvor gegen Pocken geimpft wurde, benötigt nur eine Impfung.
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