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Synthetische ETFs haben in Österreich steuerlich einen Nachteil

Dies wurde von österreichischen ETF-Investoren in einem deutschen Wertpapierforum festgestellt. Steuerexperten bestätigen, dass die Nachbildung von ETFs steuerlich berechenbarer ist.

„Tatsächlich haben Swap-basierte ETFs tendenziell einen höheren Anteil an realisierten und damit steuerpflichtigen Veräußerungsgewinnen“, erklärt Thomas Wilhelm, Geschäftsführer des Verbands ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich (VAI) und Partner beim Steuerberatungsriesen EY und sein Team beraten rund 10.000 ausländische Fondsanleger, darunter viele ETFs, wie die von iShares, die im Auftrag des APA in Österreich vorgestellt wurden.

Dieser Umstand kann zu einer überhöhten Besteuerung des Swap-ETF führen. „Ja, bei Swap-basierten ETFs kann es während der Haltedauer oft zu einer Überbesteuerung (in Bezug auf die Produktivität) kommen, die aber idealerweise beim Verkauf wieder ausgeglichen werden sollte“, sagt Wilhelm. Übersteigt jedoch die bisher gezahlte Kapitalertragsteuer die zum Zeitpunkt der Veräußerung geschuldete Steuer, ist eine Anrechnung der zu viel gezahlten Steuer nur möglich, wenn Sie über andere Wertpapiere verfügen, mit denen Sie im selben Kalenderjahr Gewinne erzielen können.

Fällt während der Haltedauer grundsätzlich keine oder nahezu keine Kapitalertragsteuer (KESt) an, sondern erst beim Verkauf des Wertpapiers, ergibt sich ein Steuerstundungseffekt, der sich bei längerer Haltedauer positiv auf die Rentabilität auswirkt wegen Zinseszins. Wird dagegen während der Haltedauer ein Großteil oder sogar zu viel Kapitalertragsteuer fällig, verlieren Anleger durch diesen Effekt. Die Frage ist also, wann und wie viel Kapitalertragsteuer fällig wird. Dieser Steueraufschubeffekt ist am größten bei der physischen Reproduktion, der Akkumulation von Aktien-ETFs.

Laut Wilhelm sind vollständig reproduzierbare ETFs steuerlich berechenbarer. Der Grund hierfür liegt in der unterschiedlichen Zusammensetzung der Fonds und steuerlichen Regelungen in Österreich. Vollständig replizierende Fonds halten tatsächlich die Aktien, die im jeweiligen Index vertreten sind. Realisierte Kapitalgewinne entstehen in der Regel nur bei Indexanpassungen oder größeren Aktienrückkäufen. Synthetische ETFs hingegen investieren nicht direkt in die im Index enthaltenen Aktien, sondern halten ganz andere Aktien als Kernportfolio. Die Effizienz des zugrunde liegenden Portfolios wird mit der Darstellung des abzubildenden Indexes ausgetauscht. Dies führt oft zu erheblichen Gewinnen im Laufe des Jahres.

Die Besteuerung von Wertpapieren und Investmentfonds erfolgt in Österreich nach dem Transparenzprinzip. Das bedeutet, dass die Fonds besteuert werden müssen, als ob der Anleger selbst die Wertpapiere des Fonds hält. Dies gilt auch für Swaps und andere Derivate, was wiederum bedeutet, dass die höheren Gewinne, die unter dem Swap-ETF realisiert werden, als sogenanntes Einkommen zu berücksichtigen sind, das der steuerpflichtigen Ausschüttung entspricht, mit der jährlichen Kapitalertragsteuer.

Der Steuerberater und Versicherungsmakler auf Honorarbasis, Wolfgang Staudinger, der mit seinem Startup fynup die Wirksamkeit verschiedener Anlageformen und -umschläge berechnen kann, sagt, der maximale Unterschied bestehe darin, ob die KESt während der Haltedauer für eine vollständig angesammelt werde ETF oder spätestens zum vollständigen Ende der Sparphase nach 30 Jahren, beträgt maximal 0,4 Prozentpunkte pro Jahr bei einer geschätzten Bruttorendite von 7 Prozent. Viel entscheidender ist die Wahl beim langfristigen Anlagehorizont, die auf Gebühren basierende Gebührenpolitik des Fonds hat gegenüber dem Depot einen Steuervorteil, der bei einer hohen Rendite mehrere Prozentpunkte betragen kann. Staudinger rät davon ab, ETFs aus anderen Gründen zu handeln, da unklar ist, ob das mit den Derivaten verbundene Kontrahentenrisiko eines Tages nicht zum Tragen kommen wird.

ETFs sind Fonds, die keinen Fondsmanager benötigen und einfach einen Index wie ATX oder DAX kopieren. Bei solchen passiven Fonds sind die Kosten für den Anleger deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds. Globale Aktien-ETFs kosten laut Stiftung Warentest nur etwa 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Herkömmliche Investmentfonds kosten oft das Drei- bis Fünffache, gemessen an der Gesamtkostenquote (TER).