Ein Teil des Fäser-Migrationspakets kündigt ein vereinfachtes Aufenthaltsrecht an
7. Juni 2022, 15:15 Uhr
Wer seit mindestens fünf Jahren in Deutschland lebt, gut integriert ist und bisher nur geduldet wurde, kann auf eine reguläre Aufenthaltserlaubnis hoffen. Bundesinnenminister Feiser will das Aufenthaltsrecht reformieren. Gleichzeitig muss die Abschiebung erleichtert werden.
Ausländer, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben und gut integriert sind, müssen künftig ein reguläres Aufenthaltsrecht erhalten. Das teilte Bundesinnenministerin Nancy Feiser in Berlin mit und bestätigte damit einen Bericht des SPIEGEL. Betroffen sind Menschen, die bisher nur geduldet wurden. Die Änderung ist Teil eines Migrationspakets, auf das sich die Koalitionspartner SPD, Grüne und FDP geeinigt haben. Die Rechnung muss vor den Sommerferien fertig sein. Laut SPIEGEL leben mehr als 100.000 Menschen seit fünf Jahren oder länger mit Duldung in Deutschland.
Neben dem Bleiberecht für Geduldete seien „erste Verbesserungen bei der Fachkräftezuwanderung“ und Regelungen zur beschleunigten Abschiebung von Wohnungslosen erforderlich. Die Ausreise von Tätern und Drohungen müsse laut SPIEGEL “konsequent durchgeführt” werden.
Bei Bleibechancen müsse den Betroffenen eine einjährige Probeaufenthaltserlaubnis erteilt werden, berichtete der SPIEGEL unter Berufung auf den Gesetzentwurf. Können sie in dieser Zeit nachweisen, dass sie die deutsche Sprache beherrschen und sich selbst versorgen können, erhalten sie ein langfristiges Bleiberecht. Von dieser Möglichkeit müssen Straftäter ebenso ausgeschlossen bleiben wie Männer und Frauen, die falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht und damit ihre Abschiebung verhindert haben.
Die Union kritisiert Faesers Initiative sofort: Sie schaffe zusätzliche Anreize für illegale Migration nach Deutschland in einer “krisenreichen Zeit”, sagte Alexander Trom, Sprecher der Unionsfraktion vor Ort, dem SPIEGEL. Feisers Ideen stellten eine “Abweichung vom Prinzip der Anordnung, Steuerung und Begrenzung von Migration dar”, warnte Trom: “Anstatt sich auf europäischer Ebene für eine gemeinsame Linie in Sachen Migration einzusetzen, geht Deutschland mit dem Projekt einen isolierten Sonderweg.”
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