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Thayngen SH: „Wenn Sprengstoff gefunden wird, wird man automatisch verdächtigt, ein Terrorist zu sein“

Veröffentlicht22. August 2022, 19:45 Uhr

Thayngen SH: „Wenn Sprengstoff gefunden wird, wird man automatisch verdächtigt, ein Terrorist zu sein“

Ein Niederländer (51) sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft, weil er Sprengstoff über die Grenze bringen wollte. Die Beschaffung und der Umgang mit Sprengstoffen unterliegen laut einem Experten strengen Regeln.

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Ein Bombenentschärfungsroboter wurde im November 2021 eingesetzt.

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Die A4 am Grenzübergang Thayngen war großflächig gesperrt.

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Im Auto des Niederländers wurden neben weiteren verdächtigen Gegenständen vier Pakete mit etwa zwei Kilogramm Sprengstoff gefunden.

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  • Im November 2021 wurde ein Niederländer beim Versuch, Sprengstoff in die Schweiz zu schmuggeln, beim Zollamt Thayngen festgenommen.

  • Mit dem Material sollten Geldautomaten gesprengt werden.

  • Laut einem Sachverständigen und dem Bundeszoll- und Grenzschutzdienst kommt es sehr selten vor, dass Sprengstoffe beim Zoll zurückgehalten werden.

Am Montag wurde bekannt, dass im November 2021 beim Zollamt Thayngen ein Niederländer festgenommen wurde, der rund zwei Kilogramm Sprengstoff, Sturmhauben, einen Hammer und Benzin in die Schweiz transportieren wollte. Die Bundesanwaltschaft hat den Mann beim Bundesstrafgericht in Bellinzona wegen fortgesetzten Sprengstofftransports und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz angeklagt.

Gemäss Anklage war der Zweck des Angeklagten, den Sprengstoff zusammen mit den anderen genannten Gegenständen an unbekannte Personen in der Schweiz zu liefern. Laut Bundesanwaltschaft gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Akt, aber es besteht der Verdacht, dass das Material zur Sprengung von Geldautomaten verwendet werden sollte.

Der Umgang mit Sprengstoffen unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften

“In der Schweiz ist der Erwerb, die Verwendung und die Lagerung von Sprengstoffen bewilligungspflichtig”, sagt der ehemalige Basler Kriminalkommissar Markus Meltz gegenüber 20 Minuten. Die Handhabung unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften. „Unternehmen dürfen Sprengstoff nur in Bereichen wie Bergbau oder Steinbrüchen kaufen oder verwenden“, sagt Meltzl.

Auch während der Lagerung gibt es dort häufig überraschende Kontrollen, damit nichts schief geht. Alles muss nach dem Sprengstoffgesetz erfolgen, zum Beispiel muss das Unternehmen genaue Aufzeichnungen darüber führen, wie viele Sprengstoffe es beschafft und verwendet. «Die Bancomat-Blaster versuchen dann, den Sprengstoff auf anderem, illegalem Wege in die Schweiz zu bringen – meist durch Schmuggel, wie im November in Thayngen», sagt Meltzl.

“Sprengstoff und Terror sind wie Magnete verbunden”

Laut Meltz kommt es sehr selten vor, dass bei einer Zollkontrolle Sprengstoff gefunden wird. „Wenn eine Person beim Zoll mit Sprengstoff aufgefunden wird, wird sie automatisch verdächtigt, ein Terrorist zu sein. Sprengstoff und Terror hängen wie Magnete zusammen“, sagt Meltzl. Verdächtige Personen werden sich umgesehen und überprüft, ob die Gefahr eines Überfalls besteht.

„In diesem Fall hätte der Bundespolizeidienst Fedpol ein Rechtshilfeersuchen an die Niederlande stellen müssen“, sagt Meltzl. Danach wird der Wohnort des Festgenommenen durchsucht und die Situation im Detail geprüft. “Aber dann setzt das übliche Strafverfahren ein”, sagt Meltzl.

“Es kommt sehr selten vor, dass Sprengstoffe beim Zoll zurückgehalten werden, besonders in dieser Größenordnung”, sagte ein Sprecher des Bundeszoll- und Grenzschutzes auf Nachfrage. Immer häufiger wird versucht, verbotene Feuerwerkskörper und illegale Feuerwerkskörper in die Schweiz einzuführen, beispielsweise in den Tagen vor dem 1. August. „Unter das Sprengstoffgesetz fallen auch verbotene Feuerwerkskörper und illegale Feuerwerkskörper“, hieß es.

Der beschuldigte Niederländer befindet sich seit seiner Festnahme am 3. November 2021 in Untersuchungshaft. Mit der Anklageerhebung hat die Bundesanwaltschaft beim zuständigen Gericht auch Zwangsmaßnahmen zur Festnahme des Beschuldigten beantragt.

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