22.08.2022 18:36 (akt. 22.08.2022 18:36)
Das Land habe bereits einige Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz ergriffen, erklärt Staatsrat Wiesflecker. ©Symbolbilder/Canva, Bernd Hofmeister
Die Vorarlberger Landesregierung ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen zu stärken.
Bei konkretem Verdacht auf Gefährdung von Kindern oder Jugendlichen muss nach dem Jugendschutzgesetz unverzüglich mit einer Lagebeurteilung begonnen werden. Allein im vergangenen Jahr gab es in Vorarlberg knapp 1.250 solcher Gefahrenverdachtsfälle.
Eine Zahl, die deutlich macht, dass die bestmögliche Gewährleistung der Kinder- und Jugendhilfe auch hier in Vorarlberg eine entscheidende Rolle spielt. Das weiß auch Sozialministerin Katharina Wiesflecker, wie sie kürzlich in einer Anfrage betonte: „Der Schutz von Kindern hat immer oberste Priorität und allen Hinweisen auf mögliche Gefährdungen des Kindeswohls wird nachgegangen.“
Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen
Die Landesregierung hat bereits in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um das Gebiet bestmöglich zu stärken. So ist in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Mitarbeiter in den Kinderbetreuungs- und Jugendämtern der vier Vorarlberger Bezirkshauptmannschaften von 65 auf 80 Vollzeitstellen gestiegen.
Zusammen mit den Mitarbeitern privater humanitärer Organisationen sind insgesamt knapp 570 Menschen im Land mit dem Kinder- und Jugendschutz betraut. Es besteht eine enge Kooperation zwischen staatlichen und privaten Trägern, wie Wiesflecker weiter erläutert: „Diese Kooperation zwischen öffentlicher und privater Kinder- und Jugendhilfe hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und fördert eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Einstellungen und gemeinsame Systemkenntnisse.“
Bilanz für das erste Halbjahr 2022
Darüber hinaus werden neben der Durchführung gemeinsamer Fachtagungen und Kurse zu bestimmten Themen auch technische Standards für die wesentlichen Arbeitsprozesse gemeinsam entwickelt und weiterentwickelt. Denn der Jugendschutz ist ein Thema, das alle betrifft, wie die Daten des ersten Halbjahres dieses Jahres zeigen.
Mit Stand Juni 2022 befinden sich 976 Kinder und Jugendliche in ambulanter Pflege und 220 in Krankenhäusern, 212 Kinder mussten in eine Pflegefamilie gegeben werden, 41 warten noch auf einen Platz in einer Pflegefamilie.
Hohe Mitarbeiterfluktuation
Nicht nur die schwierige Situation für die Betroffenen, auch die Einrichtungen selbst stehen vor einer großen Herausforderung, wie auch die Sozialministerin betont: „Der stationäre Bereich war und ist durch die Covid-19-Pandemie besonders belastet.
In diesem Bereich müssen 365 Tage im Jahr Leistungen erbracht werden, auch wenn es zu (krankheitsbedingten) Ausfällen im Team kommt. Die Mitarbeiter sind stark belastet.“ Die Folge: mehr Fluktuation in den Teams. Offene Stellen zu besetzen wird immer schwieriger.
Zusätzliche Mittel aus Sozialfonds sind angedacht
Wie Wiesflecker auch betont, ist sich auch der Staat der Not der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen bewusst und versuche zu helfen. Sie sprechen also ständig miteinander, um Lösungen für die aktuelle Herausforderung zu finden.
Maßnahmen sind beispielsweise ein außerberuflicher Aufbaukurs Sozialpädagogik (für Absolventen der SOB und der Kathi-Lampert-Schule) oder die Mitfinanzierung von Praktika in sozialpädagogischen Einrichtungen.
Ab diesem Jahr gibt es auch eine Übergangspauschale am Wochenende. „Im Haushaltsentwurf des Sozialfonds für 2023 werden wir weitere Mittel vorsehen, die Verhandlungen laufen derzeit. Der Kinderschutz hat einen hohen Stellenwert“, so Staatsrat Wiesflecker abschließend.
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