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U-Ausschuss: Maskierter Millionär Tandler kommt – und hält die Klappe

Andrea Tandler, eine Schlüsselfigur in der Maskenaffäre, verweigerte erwartungsgemäß die Aussage vor dem Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags. Die Tochter des ehemaligen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler soll mit einem Partner gut 48 Millionen Euro Provision erhalten haben – für die Organisation von Masken-Shops für Landesbehörden in Bayern und den Bund. Ihr wurde die Erlaubnis erteilt, die Aussage zu verweigern, während die Staatsanwaltschaft den Verdacht auf Bestechung und Geldwäsche untersucht.

Nur personenbezogene Daten

Tandlers Auftritt war skurril: Sie erschien mit einer blauen Baseballkappe auf dem Kopf, einer FFP2-Maske und einer verspiegelten Sonnenbrille. Nachdem die Kameramänner und Fotografen den Raum verlassen hatten, nahm sie auf Bitte des Kommissionsvorsitzenden Winfried Bausbach (CSU) Hut und Maske ab. Tandler nannte nur seine Personalien – und nannte unter anderem sein Alter: 39.

Bausback fragte daraufhin Tandler, ob sie über das Maskengeschäft berichten könne, für das sie Medienberichten zufolge „einen sehr hohen Auftrag“ nahm. Bausback betonte, dass das Geschäft in einer Zeit entstanden sei, in der viele Ehrenamtliche bis zur Erschöpfung arbeiteten. Tandlers Anwalt antwortete, dass ihr Mandant die Aussage verweigere.

Bericht: Tandler „kann nicht konsequent hinterfragt werden“

Tandler wurde bereits zweimal in die Untersuchungskommission eingeladen – beide Male sagte sie aus gesundheitlichen Gründen ab. Die Ausschussmitglieder entsandten daraufhin eine Gerichtsmedizin. Ergebnis: Tandler „ist nicht dauerhaft vernehmungsunfähig“. Am Vorabend ihres Auftritts betonte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Florian Sickmann: „Andrea Tandler schuldet der Gesellschaft viele Antworten. Ob sie es jetzt tut, muss sie entscheiden.”

Nachdem sich Tandlers Anwalt auf das Zeugnisverweigerungsrecht berief, stellte der GSDP-Abgeordnete Markus Rinderspacher mehrere Fragen – unter anderem zu Tandlers Beziehung zu Monica Hollmeier, CSU-Abgeordnete und Tochter von Parteilegende Franz Josef Strauss. Nach einer kurzen, nicht öffentlichen Konsultation erklärte Kommissionsvorsitzender Bausbach schließlich auch diese Fragen für unzulässig, weil Tandler die Aussage verweigern durfte.

Tandler: „Wir sind Millionäre“

Tandler vermittelte 2020 behördliche Maskengeschäfte – vor allem über die Politik der CSU und der Strauss-Hollmeier-Tochter. Dafür bekam sie zusammen mit einem Partner die Millionenprovision von der Schweizer Firma Emix. Medienberichten zufolge konnte Tandler ihr Glück damals kaum fassen: „Wir sind Millionäre“, sagte sie in einem privaten Chat. Hollmeier wiederum sagte dem Ausschuss vor knapp drei Monaten, er wolle nur helfen.

Schon vor Tandler beriefen sich Schlüsselfiguren der Maskenaffäre im Untersuchungsausschuss auf ihr Aussageverweigerungsrecht: Auch die langjährigen CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Georg Nüslein beantworteten keine Fragen. Sauter und Nüßlein haben angeblich 1,2 Millionen Euro Provision für die Vermittlung anderer Maskenshops erhalten.

Rinderspacher kritisiert Tandlers “respektlosen Maskerade”.

Der Bundestagsabgeordnete Markus Rinderspacher von der SPD im Untersuchungsausschuss kritisierte Tandlers Auftritt scharf. „In 65 Untersuchungskommissionen seit 1946 hat es noch nie eine so respektlose Maskerade vor dem Landtag gegeben wie bei Frau Tandler“, sagte Rinderspacher. „Erst wird sie durch erstklassige Kontakte zu führenden Politikern reich, dann versteckt sie sich vor der Öffentlichkeit.

Für die GSDP-Abgeordnete ist klar: „Die dringendste Frage wäre, ob sie ihren Willen erklärt hat, ihr Geld zu spenden. Weil sie diese 48 Millionen Euro Gewinn nicht wirklich eingestrichen haben kann.”

Rinderspacher zeugt von der Habgier und Geiz des Unternehmers. „Aber es geht nicht nur um Frau Tandler, es geht um das Amigo-Politsystem, das es ihr ermöglicht hat, ihre eigene Bank mit dem Elend der Menschen zu füllen.“ Politiker-Fazit aus GSDP: „Aufklärung geht weiter“.