Ausbildung
Die Zahl der Schüler, die in den Sommerferien Privatunterricht nehmen, ist im Vergleich zu den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist der Unterricht für immer mehr Familien nicht mehr bezahlbar.
08.08.2022 33.05
Ab heute 5.33 Uhr online
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) zeigt, dass im Schuljahr 2021/2022 41.000 Schülerinnen und Schüler in Niederösterreich Nachhilfe oder Nachhilfe erhielten. Mehr als die Hälfte haben für dieses Training bezahlt. Im Durchschnitt sind das rund 670 Euro pro Kind und Jahr, was einer Steigerung von rund 43 Prozent gegenüber dem Schuljahr 2019/2020 entspricht.
Insgesamt wurden im Studienjahr 2020/2021 EUR 16,8 Mio. in Bildung in Niederösterreich investiert. Im Vergleich zum Vorjahr (2019/2020: 16 Mio. €) ist dies auf den ersten Blick nur eine geringe Steigerung. Auffällig ist jedoch, dass im gleichen Zeitraum die Zahl derer, die sich Privatunterricht leisten konnten, um 17 Prozent zurückgegangen ist. In diesem Jahr hat sich die Nachfrage jedoch wieder auf dem Ausgangsniveau stabilisiert.
Homeschooling als Herausforderung
Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass der Unterricht für viele nicht zugänglich ist. Eltern und Erziehungsberechtigte von 33.000 Schülern würden gerne Nachhilfe für ihre Kinder in Anspruch nehmen, haben dies aber aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen nicht getan. Es wird viel Nachholbedarf geben.
Aufgrund der Mehrbelastung durch das Fernstudium besteht insbesondere in Mathematik Nachholbedarf. „Das führte natürlich zu vielen High Fives. Jetzt gibt es jede Menge Nachprüfungen“, sagt Wolfgang Sowek, Inhaber des Studentenwerks St. Pölten. Auch am Schulplatz ist die Buchungslage gut. In diesem Sommer sind die Verkäufe gegenüber 2019 um 26 Prozent gestiegen.
Als Grund für die derzeitige „Flucht“ des Unterrichtsangebots sieht Sovek neben schwierigen Lernbedingungen auch normale Noten. Zu Beginn der Pandemie war die Einschätzung oft kulanter. Zu diesem Zeitpunkt ist auch eine Versetzung in das nächste Schuljahr mit „ungenügend“ im Zeugnis möglich.
Diverse subventionierte Angebote
Die AK fordert den weiteren Ausbau der schulischen Ausbildungs- und Förderplätze. Die Bildungschancen für Kinder aus einkommensschwachen Familien werden durch die zusätzliche Belastung durch die Inflation weiter eingeschränkt.
Die Sommerschule findet nun seit drei Jahren statt. 6.600 Schülerinnen und Schüler sollen mit Hilfe des Angebots in den Ferien unterstützt werden – mehr dazu unter 6.600 Sommerschulanmeldungen (noe.ORF.at, 4. Juli 2022). Darüber hinaus nutzten rund 9.000 Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit kostenlose Angebote der Studienförderung. Es gibt weitere Möglichkeiten der außerschulischen Nachmittagsbetreuung.
Stefan Holzmeister, noe.ORF.at
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