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Warum der Euro fällt und sich der 1,06-Dollar-Marke nähert 09.06.22

Der Euro blieb am Donnerstag im US-Handel unter Druck.

Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung Euro bei 1,0630 $. Das bisherige Tagestief wurde kurz zuvor bei 1,0618 US-Dollar erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,0743 US-Dollar (Mittwoch: 1,0739) festgelegt. Somit war der Dollar 0,9308 (0,9312) Euro wert.

Erst als die EZB ihre geldpolitischen Entscheidungen veröffentlichte, kletterte die Gemeinschaftswährung im europäischen Geschäft zeitweise auf ein Tageshoch von 1,0774 US-Dollar. Die Rekordinflation in der Eurozone hat die Währungsbehörden der Eurozone veranlasst, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im Juli will die Europäische Zentralbank die Zinsen erstmals seit elf Jahren wieder um 0,25 Prozentpunkte anheben. Die zweite Zinserhöhung könnte im September folgen.

Allerdings belässt die Notenbank den Leitzins weiterhin bei null und die Einlage bei minus 0,5 Prozent. Am Markt wurden geldpolitische Entscheidungen erwartet, nachdem EZB-Präsidentin Christine Lagarde das Vorgehen bereits im Mai in einem Artikel auf der Website der EZB beschrieben hatte.

Vor dem Hintergrund der rekordhohen Inflation im Euroraum spekulierten einige Marktteilnehmer laut Devisenhandel auf ein schnelleres Tempo der geldpolitischen Straffung. „Mit der heutigen Entscheidung, die Zinsen im nächsten Monat vorsichtig anzuheben, versucht die EZB, trotz des hohen Inflationsdrucks nicht zu weiteren Marktunruhen beizutragen“, sagte DZ Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein. Mehrere Ökonomen haben jedoch das zögerliche Vorgehen der Zentralbank im Kampf gegen die hohe Inflation kritisiert.

NEW YORK (dpa-AFX)

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