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Wegen Amtszeitbegrenzung: Wermuth dürfte um Wiederwahl zittern

Wegen der Fristen

Wermut muss für die Wiederwahl zittern

Der SP Aargau muss entscheiden, die Amtszeitbeschränkung von Cédric Wermuth aufzuheben. Denn nach 12 Jahren im Nationalrat wäre für den 36-Jährigen eigentlich das Ende der Legislaturperiode vorbei.

Am 16. August gibt SP-Schweiz-Co-Präsident Cedric Vermuth (36) alles dafür. Am Parteitag in Lenzburg entscheiden Genossen der Kantonspartei Aargau über seine politische Zukunft.

Denn Ende 2023 wäre eigentlich das Aus für Vermuth im Nationalrat. Trotz seines jungen Alters ist er seit 2011 Mitglied der Grossen Kammer. Da die SP Aargau die Amtszeit ihrer gewählten Vertreter auf 12 Jahre begrenzt, braucht Wermuth für die Aufhebung dieser Regelung eine Zweidrittelmehrheit der Delegierten. Er muss dann im nächsten Herbst wieder als Volksrat auf der SP-Liste erscheinen. Sonst wäre er wahrscheinlich bald als Co-Präsident der SP Schweiz gelandet.

Die SP Aargau will den dritten Platz im Nationalrat verteidigen

Die SP-Spitze hat einen entsprechenden Antrag auf Aufhebung der Amtszeitbegrenzung auf die Tagesordnung des Parteitags gesetzt. Wermuth selbst interessiert die Parteiführung nicht in erster Linie. «Für uns geht es vorrangig darum, den dritten Platz im Nationalrat verteidigen zu können», wurde Stephan Dietrich, Co-Präsident der SP Aargau, von der «Aargauer Zeitung» zitiert.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass diejenigen, die zuvor gegangen sind, wieder konkurrieren können. Die Kantonspartei würde deshalb beantragen, die Amtszeitbegrenzung von Nationalrätin Yvonne Ferri (56) aufzuheben – wenn sie weitermachen wolle.

“Kein Blankoscheck”

Eigentlich sollte grünes Licht eine Formalität sein. «Aus Sicht des Aargaus wäre es absurd, wenn dem aktuellen Co-Vorsitzenden der SP Schweiz der Zugang zum Parlament verweigert wird», wurde Feri im Juni von «AZ» zitiert. Dann kündigte sie an, nach zwölf Jahren nicht mehr für den Nationalrat zu kandidieren. Die Amtszeitbegrenzung war ein entscheidender Faktor bei dieser Entscheidung.

Ein ganz anderer Wermut. Er will weitermachen. Seine politische Karriere im Nationalrat ist nur für die nächsten vier Jahre gesichert. Die Amtsenthebung sei kein Blankoscheck, stellt Dietrich klar: „Der jetzige Antrag gilt nur für die nächste Legislaturperiode.“

Verlängerungen sind nicht unumstritten

Auch innerhalb der SP selbst wird argumentiert, dass es Unklarheiten darüber gibt, ob eine Verlängerung definitiv das Ende der Nationalräte bedeuten würde. Artikel 32 der Parteiverfassung kann für Wermuth ein Segen sein: Zwölf Jahre seien seiner Meinung nach der Normalfall, ab dann könne “wieder eine Zweidrittelmehrheit nominiert werden”. Laut Dietrich kann Wermuth die Ausnahme 2027 erneut beantragen.

Mit seinem Antrag auf Verlängerung befindet sich Wermuth in der Partei in angesehener Gesellschaft. Im Juni entschied die SP im Kanton Waadt, dass Nationalrat Roger Nordmann (49) für eine fünfte Amtszeit kandidieren kann. Die Entscheidung war nicht unumstritten. Denn eigentlich wird nur eine Verlängerung gewährt. Der SP-Fraktionsvorsitzende kann nun zur zweiten Verlängerung übergehen. (db)