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“Don Quijote” – Theaterfestival

Knochenmager, entbehrungsreich und völlig wahnsinnig, wie wir ihn kennen: Don Quijote, ein Ritter der traurigen Gestalt, ein Kämpfer gegen Windmühlen und andere Widrigkeiten. “Nein”, sagt Reihan Chichin, “sie hatte noch nie von Don Quijote gehört.” Jetzt steht die Studentin selbst mit Don Quixote auf der Bühne, genau wie Lea Klimer, und sie ist Studentin – mit dem Traum, Näherin und Chirurgin zu werden. Das passt gut zusammen, schließlich hat beides mit Schneiden und Nähen zu tun.

Er träumt von einer neuen Identität

Heute Abend geht es um den Traum von einer völlig neuen, funkelnden Identität, und die beiden Mädchen sprechen über ihren eigenen Traum. Sie sind zwei von sechs Experten, die dem Autor und Regisseur Philip Jenkins ihre Geschichten erzählten. Er suchte Bezüge zu Don Quijote und schrieb kurze Monologe, Ansätze zu einem Werk der Weltliteratur.

George Nussbaumer spielt und erzählt Geschichten

Sabine Ebner (Designerin) bringt große, fröhliche Fotos auf die Bühne, Motive, die sich Experten spielerisch zuordnen lassen. George Nussbaummer sitzt an der Tastatur, fügt der Geschichte sanfte, atmosphärische Klänge hinzu, äußert die ironischen Anfangssätze des Romans und gibt zu, dass er am liebsten Kriminalromane liest. Gleichzeitig änderte er den Namen des Chief Inspector. Mit ihren eigenen. Wer möchte nicht alleine ein Held sein?

Eine Fotoserie mit 5 Fotos

Die Hauptfigur ist bereits tot

Der wahre Held, Don Quijote, taucht überhaupt nicht auf. Er ist bereits tot. Der treue Scharfschütze Sancho Panza (Hubert Dragashnig) und die Edeldame Dulcinea von Toboso (Sabine Lorenz), die sie ihr ganzes Leben lang bewundert haben, arbeiten an seinem großen Erbe. Und sie tun es auf unterschiedliche Weise – einmal im hohen Ton von Cervantes, dann wieder im Stil der hartgesottenen Kriminalgeschichte von Humphrey Bogart und Lorraine Bacall.

„Sancho wäre als solcher sicherlich gerne ein harter Mann“, sagt Philip Jenkins schmunzelnd, der die beiden auch in einer zeitgemäßen Soap mit leichter Eleganz in Szene setzt. Dulcinea wird dann die Herrin des Bed and Breakfast, und Sancho Panza versucht, die Dame zur Beerdigung des Ritters herauszuholen.

„Don Quijote“ von Philip Jenkins nach Cervantes. Regie: Philip Jenkins; Licht: Stefan Pfeistlinger, Technik: Sabine Ebner. Mit Sabine Lorenz, Hubert Dragashnig, George Nussbaumer, Reihan Sichin, Walter Goli, Lea Klimer, Ronald Weibel, Gabi Wantke. Weitere Vorstellungen: 7., 13., 14., 20., 21., 25., 27. und 28. Mai ab 20 Uhr und 8., 15. und 22. Mai ab 18 Uhr

Jonglierstile

Es ist erstaunlich, wie mühelos die beiden Stile jonglieren. Es ist einfach erstaunlich, was für klare, fein gezeichnete Profile sie entwickeln. Es ist wunderbar, wie unterschiedlich die Herangehensweisen an die emblematische Figur des Don Quijote sein können.

Weil Philip Jenkins ein völlig ambivalentes Verhältnis zu diesem Mann hat, der Schafe ersticht, weil er sie für feindliche Söldner hält und dessen Nähe zu Verschwörungstheorien durchaus bedrohlich sein kann, entwickelt Hubert Dragashnig eine Wucht, die einem den Atem raubt.

Ein wunderbares Theaterfestival

Experte Roland Weibel ist ein Priester, der zurückgetreten ist. Aber kein Priester, wie in Cervantes’ Roman. Dort ist der Hirte der Einzige, der weder Traum noch Vision kennt. Er verbrannte die Bücher, die Don Quijote dazu veranlassten, sich auf die Suche nach einer „wahren“ Identität zu begeben.

Diese Suche macht den unsterblichen Zauber des Romans aus, weil jeder eine solche Sehnsucht verspürt. Der raffinierte Sinn für Humor und das temperamentvolle Auftreten, das Philip Jenkins inspirierte, machten seine Bühnenversion zu einem wunderbaren Theaterfestival!