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„Sieht aus wie ein Bus“, sagte der ÖGB-Wirtschaftschef

Die Preise steigen von überall her und die Erleichterung soll erst im Herbst kommen. Dass es jetzt noch teurer wird, wundert ÖGB-Chef Wolfgang Katsian.

Die Menschen in Österreich können sich das Leben kaum noch leisten, die Preise für Benzin, Treibstoff und Lebensmittel schießen in die Höhe. Jetzt will auch die Fernwärme Wien die Preise um sagenhafte 92 Prozent erhöhen und damit die bisherigen Kosten fast verdoppeln. Ein weiteres Hilfspaket sei in Vorbereitung, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne), dieses solle aber erst im Herbst kommen. Wahrscheinlich zu spät für diejenigen, die am Ende des Monats nichts haben.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katsian hat wiederholt „Preissenkungen!“ gefordert. Am Mittwochabend verfolgte Katsian ORF „ZiB 2“ mit Moderator Armin Wolf. „Wir wissen immer noch nicht genau, was sie plant“, sagte Katsian und fragte, ob ihm die Hilfspläne der Regierung bekannt seien. Ihm wurde jedoch gesagt, dass es “verstanden” sei, dass sofort etwas passieren müsse, nicht nur am St. Never’s Day. Die Atmosphäre in den Firmen sei laut Katsian “wirklich heiß” gewesen und die Leute hätten darauf bestanden, dass etwas passiert.

„Das passiert mir auch“

“Ich weiß nicht, was sich da geändert hat”, sagte Katsian, als kürzlich hieß es, die Regierung werde erst im Herbst entlassen – ihm sei ausdrücklich gesagt worden, es müsse schnell etwas passieren. Was das sei, bestehe wohl noch “richtigen Diskussionsbedarf in der Koalition”, sagte Katsian. Der ÖGB-Chef hält die Umsetzung des bereits im März vorgelegten Neun-Punkte-Plans für dringend geboten. Laut Katsyan ist lediglich die Verlängerung der Kurzarbeit erfolgt.

Österreich brauche laut Katsian dringend Unterstützung für einkommensschwache Gruppen, und der Anstieg sei nicht mehr nur für Arbeitslose dramatisch, sondern auch für fleißige Menschen, die hart arbeiten. Er empfahl eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf „Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs“. Dass Experten keine Minderungsmaßnahmen empfehlen und damit „nicht zufrieden sein werden“, „macht mich wirklich wütend“, sagt Cation. Er warne immer wieder davor, die Anwendung des Gießkannenprinzips zu erleichtern, sagte Catsian, aber bei Corona-Förderungen in Milliardenhöhe habe es einen “südöstlichen Wasserschaden” gegeben und keine Gießkanne, “niemand hat gepfiffen”.

„Bringt uns für immer zum Lachen“

Mit den Thousand Crowns habe die Regierung zunächst von einer guten Idee gesprochen und “uns dann für immer zum Lachen gebracht”. Zuerst sei immer gesagt, dass etwas nicht stimmt oder nicht funktioniert, aber die Menschen brauchen sofortige Hilfe, sagt Katsyan. Dass auch die Fernwärme Wien die Preise um 92 Prozent erhöhen wollte, wunderte ihn: „Ganz ehrlich, ich sah aus wie ein Bus.“ Laut Katsian handelt es sich um einen Antrag, der aber noch nicht entschieden ist. Der ÖGB-Chef regt an, dass, falls Wien Energie solche Maßnahmen umsetzen muss, die Stadt Wien Ausgleichsmaßnahmen ergreifen wird.

Hat er nicht den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig angerufen und gefragt: “Wo greifen sie dich an?”, wollte Wolfe wissen. „Ich kommentiere solche Telefonate nicht in der Öffentlichkeit, aber du kennst mich sowieso so, wie ich bin“, sagte Katsian. Was der ÖGB-Chef dazu sagte: Die kalte Progression müsse an die Mitarbeiter zurückgegeben werden, in welcher Form und in welchem ​​Umfang sei zu beobachten. Und: Bei den Tarifverhandlungen im Herbst werden sich die Gewerkschaften auf deftige Lohnerhöhungen einigen. Ein Grad unter Inflation sei “undenkbar”, sagte Catsian. Laut Katsian wird die Inflation im Herbst voraussichtlich bei durchschnittlich sechs bis sieben Prozent liegen, darunter wird es keine Einigung über Löhne geben.

Nav Account RFI Zeit 08.06.2022, 22:42 | Akt: 8. Juni 2022, 22:48 Uhr