Die Kärntner brauchen Hilfe
Aufgrund der dramatischen Ereignisse hat „Kärntner in Not“ beschlossen, 100.000 Euro für die betroffenen Menschen in den Krisengebieten bereitzustellen. Hier nochmal alle Details für die, die spenden wollen. Um eine koordinierte und zielgerichtete Hilfe zu gewährleisten, besteht seit langem eine engere Verbindung zum Kärntner Landeshilfefonds.
Außerordentliche Sitzung der Regierung
Am Freitag wurden die politischen Weichen für das weitere Vorgehen zur Bewältigung der Krise nach der Naturkatastrophe im Nachbartal gestellt. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser mitteilte, wurde ein gemeinsames Schreiben an die Bundesregierung verfasst und um zusätzliche Unterstützung über die Mittel des Katastrophenfonds hinaus gebeten. Der Gouverneur des Bundesstaates sagte, es sei mit Schäden in einem beispiellosen Ausmaß zu rechnen, „aber eine ernsthafte Bewertung kann derzeit nicht immer vorgenommen werden, da viele der betroffenen Gebiete noch nicht zugänglich sind“.
Support-Paket
Über alle Ressorts hinaus wurde ein Hilfspaket geschnürt. Finanzreferentin Gabby Schaunig hob die Kreditsperre für alle Abteilungen auf. Konkret geht es um mindestens 22 Millionen Euro, die die Ressorts für die bereits im Budget vorgesehenen Projekte einsetzen können. 2,5 Millionen stellte Landesrätin Beate Pretner vom Sozialdepartement aus dem Fonds „Hilfen in besonderen Situationen“ zur Verfügung.
Für Straßenbauberater Martin Gruber geht es nun darum, sofort einzugreifen, den Schaden zu begutachten und dann die Sanierungsmittel festzulegen. „Allein in der Millstätter Straße ist die Fahrbahn auf zweieinhalb Kilometern komplett zerstört, alle Stützmauern sind weggesprengt. Hier wird die Schadenshöhe grob auf 9 Millionen Euro geschätzt.“ Der Gesamtschaden lässt sich laut Gründer derzeit nicht zuverlässig beziffern. Viele Gebiete sind noch nicht erschlossen, das ländliche Straßennetz noch lange nicht verifiziert, aber es wird bereits davon ausgegangen, dass mindestens 20 Millionen Euro für das Straßennetz ausgegeben werden Katastrophenfonds und Staat übernehmen 25 Prozent „Die restlichen 25 Prozent übernehmen die Kommunen, denen wir langfristige, zinslose Darlehen zur Verfügung stellen“, sagt Landesrat Daniel Fellner.
Hilfe für Betroffene
Wir wollen Privatpersonen so schnell und unbürokratisch wie möglich helfen. Eine kurze Einschätzung und Dokumentation mit ein paar Fotos soll eine finanzielle Förderung in vier Kategorien ermöglichen. In den ersten drei Kategorien für Schadenssummen bis 10.000, 30.000 und 50.000 müssen zehn Prozent der Schadenssumme schnell bezahlt werden, über 50.000 Euro Schaden erhalten 10.000 Euro. “Es sollte bald ein Informationsschreiben rausgehen, wie man schnell an sein Geld kommt”, sagt Fellner. Wenn alle Mittel wie Versicherungen und Spenden erschöpft sind, tritt das Nothilfewerk Kärnten in Aktion. Laut Fellner können Single-Haushalte mit einem Nettoeinkommen von bis zu 43.000 Euro gelten, Paare mit 67.000 Euro und die Obergrenze erhöht sich um 6.000 Euro für jedes weitere Familienmitglied, sodass eine Familie mit einem Kind maximal netto verfügen kann Einkommen von 73.000 Euro und bitte um Hilfe.
Teilstornierung des Zivilschutzalarms
Der Zivilschutzalarm für Teile von Sitzungen wird heute aufgehoben. Eine ununterbrochene einminütige Sirene alarmiert die Öffentlichkeit. Ab Montag soll die Arbeit der Schulen und Kindergärten wieder aufgenommen werden, „Lehrkräfte werden vom Kriseninterventionsteam und Psychologen betreut, gerade Kinder und Jugendliche haben kaum Zeit gehabt, das Erlebte zu verarbeiten“, sagt Kaiser. Auch am Aufbau des ÖPNV wird zumindest bis Affritz auf Hochtouren gearbeitet, die B98 und L46 bleiben für den Pkw gesperrt. „Es sind unzählige Lastwagen und Bagger im Einsatz, mit Privatautos durchzufahren wäre extrem gefährlich“, sagt Gruber, und Fellner erinnert noch einmal daran, dass Zivilisten das Gebiet nicht betreten sollten, um zu helfen. Eine Koordinierungsstelle für Freiwillige wurde eingerichtet.
Erstellen Sie ein Freiwilligenzentrum
Ab heute, Freitag, ist eine Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche geöffnet. „Dieses Zentrum ist mit einem großen Schild gekennzeichnet. Es liegt direkt an der Straße von Philach in Richtung Trefen am Reiterstützpunkt“, sagt Riepan. Dort müssen die Helfer auftauchen, dann koordiniert die Feuerwehr alles und geht mit den Helfern direkt zu den Häusern. „Alles wird von der Feuerwehr verteilt, wer zu welchem Haus und wer wohin geht. All das entscheiden die Einsatzkräfte in der Koordinierungsstelle. Bitte fahren Sie nicht alleine mit Ihrem Auto zu Meetings und in das Krisengebiet“, betont Reepan. „Wer helfen will, signalisiert bei der Leitstelle und folgt dort den Anweisungen der Feuerwehr.
Der Weg nach Ariach
Der Zivilschutzalarm bleibe am Freitag aktiv, sagt Bernd Rippan, Hauptmann des Landkreises Philach-Land. Arriach ist für Rettungsdienste nur über einen Rettungsweg erreichbar. „Der Bau der Behelfsstraße über den Himmelberg wird Tage dauern“, sagt Riepan. Diese Straße wird dringend benötigt, um Arriach endlich mit „schwerem Gerät“ zu erreichen. 100 Armeesoldaten sind damit beschäftigt, die Verbindung zu Ariah wiederherzustellen. Ariach ist seit drei Tagen von der Außenwelt isoliert. Neben der Zufahrt für das schwere Gerät, das zur Sanierung der Arriach dringend benötigt wird, wird versucht, die Buchholzer Landesstraße zu sanieren. „Damit die Pendler am Montag rausfahren können und die Schüler mit dem Schulbus rausfahren können“, sagte Bundeswehrsprecher Christoph Hofmeister. „Hoffentlich geht das noch mindestens bis Montag“, sagt Hofmeister
400 Haushalte waren ohne Strom
Die Großaufräumarbeiten in den Krisengebieten Trefen und Ariach gehen weiter. Hunderte Einsatzkräfte sind im Einsatz. In der Nacht zum Freitag waren erneut 400 Haushalte kurzzeitig ohne Strom. „Am Donnerstagabend waren nur noch 100 Haushalte ohne Strom. Doch um 22 Uhr gab es einen plötzlichen Stromausfall und insgesamt waren erneut 400 Haushalte betroffen“, berichtet Robert Schmarantz, Leiter der Kärnten Netz. Am Freitagmorgen war der größte Teil der Stromversorgung wiederhergestellt. „Aber 150 Haushalte müssen immer noch ohne Strom leben“, sagt Schmarantz. Bittet darum, sich direkt zu melden, wenn der Strom ausfällt. Zentrale Netzleitstelle: 050/5256692.
Internet funktioniert wieder in Arriach
In Trefen und Ariach geht der Zivilschutzalarm weiter. Die Menschen werden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben. Arriach ist nach wie vor nur per Helikopter erreichbar, der Bau einer Behelfsstraße ab Himmelberg wird noch einige Tage dauern. Für Rettungsdienste gibt es jedoch einen Rettungsweg, der den Menschen dient. Das Telekommunikationsnetz funktioniert seit Freitag wieder, berichtet die kommissarische Amtsleiterin Patricia Regenfelder: „Angehörige haben verzweifelt versucht, Kontakt zu den Gästen aufzunehmen. Aber wir können sie beruhigen: Es gibt keine Berichte über Verletzungen, allen geht es gut.“ Die Gemeinde, der Markt Adeg und die Arztpraxis von Iris Pilgram sind geöffnet. „Adeg Market nimmt auch Bestellungen entgegen. Es kann etwas länger dauern als sonst, aber Rewe liefert die Ware über Eilwege. Und unser Arzt besorgt auch die Medikamente.“
Flug über das Katastrophengebiet
Das Ausmaß der Katastrophe im Nachbartal ist aus der Luft zu erkennen. Die Kleine Zeitung durfte Treffen und Ariach im Polizeihubschrauber überfliegen. Es sind erstaunliche Bilder.
Soforthilfe für Sturmopfer
Auch die Arbeiterkammer (AK) Kärnten will den Opfern des Sturms helfen. Ab sofort können Sie ein zinsloses Sonderdarlehen in Höhe von 20.000 Euro mit einem zusätzlichen nicht rückzahlbaren Notzuschuss in Höhe von 1.500 Euro beantragen. AK-Präsident Gunther Goach sendete am Donnerstag: „Wir bieten unseren Mitgliedern schnelle finanzielle und rechtliche Hilfe im Katastrophenfall!“
Straßensperren
Nach Angaben der Kärnten-Antenne sind derzeit noch folgende Straßen gesperrt:
Noch kein Fortschritt auf der Hochrindl Straße (L 65) zwischen Ebene Reichenau und St. Lorenz. Die B95 Turracher Straße ist zwischen Turrach und Predlitzwinkel gesperrt, die Orte Treffen und Arriach sind weiterhin nicht erreichbar. Die L46 Teuchen Landesstraße ist weiterhin auf unbestimmte Zeit gesperrt. Auf der L38 Krastal Landesstraße ist die Zufahrt nur bis Kras möglich. Und die L45a Buchholzer Landesstraße ist mindestens bis Sonntag gesperrt
Rezension
Lesen Sie hier, was am Mittwoch passiert ist und was am Donnerstag passiert ist.
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